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Norddeutsche Abfallwirtschaftsunternehmen warnen vor Schließung der Deponie Ihlenberg


Die Deponie Ihlenberg
28.06.2019 − 

"Mit großer Sorge und äußerst kritisch" beobachten die Entsorgergemeinschaften Nord die ihrer Ansicht nach negative Berichterstattung und politischen Statements der letzten Monate über die Zukunft der Deponie Ihlenberg. Die Vereinigung, die rund 100 mittelständische Abfallwirtschaftsunternehmen in den Bundesländern Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vertritt, warnt in einem Brief an die jeweiligen Landesumwelt- und Wirtschaftsminister insbesondere vor aufkommenden Forderungen nach einer vorzeitigen Schließung des Deponiestandorts.

Mit ihren langfristigen Deponiekapazitäten insbesondere für DK III-Abfälle sei die Deponie Ihlenberg ein grundlegend wichtiger Bestandteil der Entsorgungsinfrastruktur in Norddeutschland. Mangels Alternativen seien Industrie und Gewerbe des gesamten norddeutschen Wirtschaftsraumes dringend auf diese Entsorgungskapazität angewiesen. Eine Schließung Ihlenbergs würde daher zwangsläufig zu einem Entsorgungsnotstand für Gewerbe- und Bauabfälle führen, warnen die EG Nord. "Wir plädieren mit Nachdruck für ein Ende der Diskussion und die Spekulationen über die mögliche vorzeitige Schließung der Deponie Ihlenberg."

Wie berichtet, war es im vergangenen Herbst zu heftigen Diskussionen um die landeseigene Deponie und ihre Betreiberfirma Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) gekommen. Auslöser war die Veröffentlichung eines Prüfberichts des seinerzeitigen IAG-Innenrevisors Stefan Schwesig, welcher der IAG-Geschäftsführung vorwarf, Abfälle anzunehmen, deren Gehalt an gefährlichen Schwermetallen die Deponieparameter um ein Vielfaches überschreiten. Nicht zuletzt durch Schwesigs familiären Hintergrund – er ist der Ehemann von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) – entwickelte sich der Fall schnell zum Politikum und Forderungen nach einer vorzeitigen Schließung der Deponie wurden laut.

In Kürze – voraussichtlich aber erst nach der Sommerpause – will der mit der Überprüfung der fachaufsichtlichen Genehmigungsprozesse in Ihlenberg beauftragte ehemalige Landesrechnungshofpräsident Tilmann Schweisfurth seinen Bericht vorlegen. Laut einem vom NDR zitierten Berichtsentwurf enthält der Bericht momentan keine Empfehlung für eine vorzeitige Schließung der Deponie.

Der komplette Bericht erscheint in EUWID Recycling und Entsorgung 27/2019. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht das E-Paper bereits ab Dienstag 14 Uhr zur Verfügung:

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