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Nach dem Hochwasser kommt die Sperrmüllflut

Sperrmüllsammlung nach dem Hochwasser
Sperrmüllsammlung des A.R.T. Trier nach dem
Hochwasser.
20.07.2021 − 

Nach dem Hochwasser kommt auf die Entsorgungswirtschaft im Westen Deutschlands eine Sperrmüllflut zu. Die Mitarbeiter des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) befinden sich derzeit bei der Sperrmüllsammlung im Dauereinsatz. Innerhalb von nur drei Tagen wurden in 60 Gemeinden 14.000 Tonnen Sperrmüll eingesammelt, teilte der A.R.T. mit.

Normalerweise fallen im Zweckverbandsgebiet mit rund 500 Gemeinden rund 12.000 Tonnen Sperrmüll an – im gesamten Jahr. Noch ist kein Ende in Sicht. Wie viel Sperranfälle demnach in den betroffenen Hochwassergebieten insgesamt anfallen werden, kann derzeit noch niemand seriös abschätzen.

"Unsere Leute sind wirklich hochmotiviert", sagte A.R.T-Sprecherin Kirsten Kielholtz gegenüber EUWID - und erzählt von Mitarbeitern, die bis zur Erschöpfung arbeiten. "Gleichzeitig bekommen wir unglaublich viel Hilfe", so Kielholtz. Die Partnerunternehmen des A.R.T. helfen demnach tatkräftig bei den Aufräumarbeiten mit. Mancherorts packen Landwirte mit an und schaffen mit ihren Traktoren den Sperrmüll weg.

Gelagert wird der Abfall derzeit auf der Deponie des Zweckverbandes, beraubt um Elektroschrott und Problemstoffe. Was mit dem Sperrmüll geschieht, sei derzeit noch nicht entschieden, hieß es aus Trier.

Avea setzt in Leverkusen zusätzliche Fahrzeuge ein

Der Leverkusener Abfallentsorger Avea setzt zur Beseitigung des Hochwasser-Mülls zusätzliche Fahrzeuge ein. Das Unternehmen habe von einer Firma in Eberhardzell in Baden-Württemberg einen zusätzlichen Bagger und zwei Spezialfahrzeuge für den Transport von Containern bekommen, sagte Unternehmenssprecher Michael Czyborra am Dienstag. Die Container könnten 36 Kubikmeter Abfall aufnehmen.

Derzeit fahren Teams aus einem Bagger und zwei Containertransportern durch die Stadt, sagte Czyborra. Der Bagger lade den Müll vom Straßenrand auf, belade einen Container. Wenn der voll sei, werde der Abfall zur Entsorgungsstelle gebracht, während der andere beladen werde. "Die fahren immer im Pendelverkehr zwischen Innenstadt und Entsorgungsstelle", sagte Czyborra.

Die Müllabfuhr in Leverkusen fahre derzeit Sonderschichten. "Mit dem Bagger kommt man sehr langsam voran", sagte Czyborra. Im Moment lägen Unmengen an Abfall an den Straßenrändern. Teilweise seien noch Keller vollgelaufen. Zum Teil solle auch Grundwasser von unten nachdrücken. Deshalb räumten die Bürger immer noch auf. „In Straßen, die wir am Samstag geräumt haben, lag gestern wieder der Müll an der Straße.“ Dabei handele es sich nicht nur um Sperrmüll wie etwa Möbel. Es handele sich um alle Abfallsorten, die die Bürger bei sich lagerten.

Technische Betriebe Solingen seit Tagen in Aufräumeinsätzen

Auch die Technischen Betriebe Solingen sind seit Tagen in Aufräumeinsätzen. Daher können die Kehrmaschinen derzeit ihre üblichen Strecken nicht oder nur eingeschränkt abfahren. Auch die Papierkörbe im Stadtgebiet würden seltener geleert, teilte das Unternehmen mit. Der Grünschnittcontainer werde im Moment für die Entsorgung von Sperrmüll gebraucht. Bei Anlieferungen an das Müllheizkraftwerk werden nur Privatkunden aus den Hochwassergebieten berücksichtigt, hieß es. (eigener Bericht / dpa)

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