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Nabu: 10 Forderungen für eine bessere Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft Symbolbild
Mehr als Recycling notwendig: Der
Rohstoffverbauch muss sinken, findet der Nabu.
23.04.2021 − 

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat zur Bundestagswahl zehn Forderungen formuliert, die zu einer besseren Kreislaufwirtschaft führen sollen. Dazu zählen neben Primärrohstoffsteuern auch ein recyclingfreundliches Produktdesign sowie Rezyklateinsatzquoten. Darüber hinaus soll die Biotonne in Deutschland flächendeckend eingeführt und ein Exportstopp für Kunststoffabfälle in Länder außerhalb der EU verhängt werden.

Fachlich untermauert werden die Forderungen von der Studie "Sekundärrohstoffe in Deutschland", die das Ifeu-Institut im Auftrag des Nabu erstellt und die der Naturschutzbund gestern (22.04.) veröffentlicht hat. Demnach stammen gerade einmal zwölf Prozent der in Deutschland eingesetzten Rohstoffe aus dem Recycling.

"Noch immer werden zu viele Abfälle verbrannt oder deponiert und nicht recycelt. Die Wiederverwertung von Kunststoffen, Bauabfällen, seltenen Metallen und Co. muss dringend weiter ausgebaut werden. Wichtig hierfür ist eine kreislauforientierte Produktpolitik, die die Hersteller verpflichtet, die Produkte langlebig, reparierbar und am Ende auch recyclingfähig zu gestalten", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Das Potenzial des Recyclings ist begrenzt

Doch das Potenzial des Recyclings ist insgesamt begrenzt. Selbst unter der theoretischen Annahme, dass alle Abfälle in Deutschland stofflich verwertet werden würden, würde der "Circular Material Use Rate" (CMU) genannte Indikator auf nur 22 Prozent steigen. 

Zum einen seien zahlreiche Rohstoffe nicht für ein Recycling geeignet, etwa fossile Rohstoffe, die zur Energiegewinnung verbrannt werden. Zum anderen sind Rohstoffe häufig langfristig in Produkten gebunden und stehen somit nicht für ein Recycling zur Verfügung. Solange mehr Materialien verbraucht werden als Abfälle anfallen, können Rezyklate nur einen Teil der Primärrohstoffe ersetzen, folgert der Nabu.

Rohstoffverbrauch muss reduziert werden

"Darum muss die Menge an eingesetzten Rohstoffen insgesamt reduziert werden. Rund 16.000 Kilogramm Rohstoffe verbraucht jeder Mensch in Deutschland – pro Jahr. Jede Nutzung von Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Umwelt in Form von Emissionen, Flächenverbrauch und Abfallbergen", sagte Michael Jedelhauser vom Nabu. "Das führt dazu, dass unsere planetaren Grenzen überschritten werden. Um die Klimaziele zu erreichen und die Artenvielfalt zu bewahren, müssen wir unseren Rohstoffverbrauch schnell und wirkungsvoll verkleinern."

Einen großen Hebel hierfür sieht der Nabu in der Energiewende. Indem fossile Rohstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden, könnte der gesamte Rohstoffverbrauch in Deutschland bis 2030 um etwa ein Drittel reduziert werden. Weitere Ansätze seien langlebige und reparierbare Produkte, nachhaltiger Konsum und rohstoffsparende Produktionen. 

Die ifeu-Studie zeige, wie eine umfassende Kreislaufstrategie für Produktion und Konsum dazu führen kann, dass bis zum Jahr 2050 Sekundärrohstoffe einen Anteil von bis zu 38 Prozent an den in Deutschland verbrauchten Rohstoffen erreichen können, so der Naturschutzbund. Für die anstehende Bundestagswahl fordert der Nabu daher von den Parteien ambitionierte Pläne und Zielsetzungen für eine bessere Kreislaufwirtschaft.

Die 10 Nabu-Forderungen zur Bundestagswahl sind im Einzelnen:

  1. Deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie entwickeln
  2. Verbindliche Abfallvermeidungsziele setzen
  3. Primärrohstoffsteuern festlegen
  4. Recht auf Reparatur stärken
  5. Recyclingfreundliches Design zur Norm machen
  6. Mit Rezyklateinsatzquoten Kreisläufe schließen
  7. Kreislaufwirtschaft durch umweltfreundliche öffentliche Beschaffung stärken
  8. To-Go-Einwegverpackungen durch Abgabe verteuern
  9. Biotonnen flächendeckend einführen
  10. Plastikmüllexporte in Länder außerhalb der EU stoppen

Eine ausführliche Berichterstattung zur Ifeu-Studie und zu den zehn Forderungen des Nabu für eine bessere Kreislaufwirtschaft lesen Sie in Ausgabe 17/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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