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MVA Schwandorf wird umfassend modernisiert

ZMS Schwandorf
Der ZMS modernisiert die MVA Schwandorf umfassend.
23.09.2021 − 

Die Müllverwertungsanlage in Schwandorf soll bis 2028 umfangreich modernisiert werden. Unter anderem die veralteten und zunehmend wartungsbedürftigen Ofenlinien 1 bis 3 sollen durch zwei neue Linien ersetzt werden, teilte der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) mit. Das „Triphönix" getaufte Bauprojekt ist die größte Investition in der bisherigen Geschichte des Müllkraftwerks.

In einer ersten Bauphase soll zunächst ein Teil der Rauchgasreinigung in der Ofenlinie 4 ausgetauscht werden. Den entsprechenden Genehmigungsantrag will der ZMS in einigen Tagen bei der Regierung der Oberpfalz einreichen. Mit einer Genehmigung rechnet der Zweckverband im Frühjahr 2022.

Ausgetauscht werden sollen in dieser ersten Modernisierungsphase die so genannten CDAS-Reaktoren (Conditioned Dry Absorption System) in der Rauchgasreinigung der Ofenlinie 4. In diesen Reaktoren wird der 200 bis 240 Grad heiße Rauchgasstrom aus den Kesselanlagen geleitet und durch Eindüsen von Wasser auf 135 Grad Celsius abgekühlt. Anschließend wird ein Gemisch aus Kalk und Aktivkohle in das Rauschgas eingeblasen. Die Mischung bindet nach Angaben des ZMS einen Großteil der im Rauchgas enthaltenen sauren Schadstoffe und absorbiert Dioxine, Furane und Schwermetalle.

Linie 4 ist inzwischen über 25 Jahre alt

Diese Reaktoren sollen nun ersetzt werden. Als Grund für die Modernisierungsmaßnahme nennt der ZMS das Alter der bestehenden Anlage. "Die Rauchgasreinigung in der Ofenlinie 4 ist inzwischen über 25 Jahre in Betrieb", so Knoll weiter. "Wir müssen immer mehr Aufwand in die Instandhaltung stecken und die Anlage braucht mehr Pausen für Wartungsarbeiten", sagte Knoll.

"Mit den Bauarbeiten wollen wir Anfang 2023 beginnen, die neue Rauchgasreinigung soll dann Ende desselben Jahres in Betrieb gehen", sagte ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll. Die Technik der neuen Anlage ähnelt den Angaben zufolge der bisherigen Rauchgasreinigung. Menge und Zusammensetzung des Rauchgases sowie die Einsatzstoffe sollen sich durch die Erneuerung nicht ändern.

Keine Änderungen bei der Anlieferung

"Für die Anlieferung von Abfällen wird sich während der Bauarbeiten an der Rauchgasreinigung nichts ändern", so Knoll. "Kapazitäten, die bei uns in dieser Zeit wegfallen, fangen wir mit unseren Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb Bayerns auf. Auch Privatkunden können ihren Sperr- oder Gewerbemüll weiterhin wie gewohnt zu uns bringen."

Die veralteten und zunehmend wartungsbedürftigen Ofenlinien 1 bis 3 sollen den Angaben zufolge durch zwei neue Linien ersetzt werden. Bis Ende 2028 plant der ZMS den schrittweisen Austausch der Ofenlinien 1 bis 3 durch zwei modernere und größere Kessellinien. Der erste neue Müllkessel soll 2025 den Betrieb aufnehmen, der zweite etwa drei Jahre später. Den Genehmigungsantrag für den Austausch der Ofenlinien 1 bis 3 wird das ZMS im ersten Quartal 2022 stellen.

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