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Müllverbrennungsanlage in Wiesbaden darf gebaut werden

Schornsteine mit Angas
Die Müllverbrennungsanlage in Wiesbaden darf gebaut
werden.
09.07.2021 − 

Die Müllverbrennungsanlage in Wiesbaden kann gebaut werden. Das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt hat Anfang Juli die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau der Anlage erteilt, die mehrheitlich dem Entsorger Knettenbrech + Gurdulic gehört. Das teilte der Energieversorger Eswe mit, der wie die Entega aus Darmstadt mit 24,5 Prozent an der MHKW Wiesbaden GmbH beteiligt ist.

Ende 2023 soll der Bau der Anlage fertiggestellt sein. In der geplanten Anlage sollen pro Stunde 25 Tonnen nicht gefährlicher Abfälle verbrannt und damit eine Feuerungswärmeleistung von 87,5 Megawatt erzeugt werden, hieß es in einer früheren Mitteilung des Darmstädter Regierungspräsidiums. Die Anlage soll Knettenbrech & Gurdulic zufolge rund 190.000 Tonnen Abfall pro Jahr verbrennen können. Der Standort der geplanten Anlage, in der unter anderem der Wiesbadener Hausmüll verbrannt werden soll, befindet sich in Wiesbaden am Rande der Deponie Dyckerhoffbruch in der Nähe eines bestehenden Biomasse-Heizkraftwerks.

Eswe gehört zu 50,6 Prozent der Landeshauptstadt Wiesbaden. Den Rest hält die Stadtwerke-Holding Thüga. Der Versorger  betreibt in Wiesbaden das Fernwärmenetz. Die während der Verbrennung erzeugte Wärmeenergie soll sowohl in das Fernwärmenetz der Eswe eingespeist, als auch verstromt und in das öffentliche Stromnetz eingeleitet werden.

"Modernste Anlage im Rhein-Main-Neckar-Gebiet"

Eswe bezeichnet die neue MVA in der Pressemitteilung als "modernste Anlage im Rhein-Main-Neckar-Gebiet". Die Emissionsgrenzwerte würden über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus auf freiwilliger Basis deutlich unterschritten. "Damit wird das Kraftwerk Ergebnisse erzielen, die zum derzeitigen Zeitpunkt keine andere Müllverbrennungsanlage in der Region erreicht", so Eswe weiter.

In der Diskussion um die Anlage hatte vor einigen Jahren eine Studie des Öko-Instituts für Aufsehen gesorgt, in der die Behandlung des Wiesbadener Restmülls in den verschiedenen regionalen thermischen Abfallbehandlungsanlagen ökobilanziell verglichen wurde. Die Bilanz der MVA Wiesbaden fiel eher gemischt aus.

Demgegenüber betont Eswe nun die Vorteile der neuen Anlage für Mensch und Umwelt. So soll das Betriebsgelände in einigen Bereichen öffentlich zugänglich sein, da ein Wertstoffhof integriert werde. Darüber hinaus würden mit Inbetriebnahme der Anlage die bisher stellenweise weiten Müll-Transitwege entfallen. "Auch hierdurch leistet die Anlagen einen deutlichen Beitrag zur Einsparung von CO2."

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