|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Monitoring Kreislaufwirtschaft Bau: Verwertungsquote weiter bei 90 Prozent


2018 fielen in Deutschland insgesamt 219 Mio Tonnen
Bauabfall an. Davon wurden 90 Prozent verwertet.
09.03.2021 − 

Wie in den Jahren 2014 und 2016 wurden auch im Jahr 2018 rund 90 Prozent der in Deutschland statistisch erfassten Mengen mineralischer Bauabfälle einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Das ist dem neuesten von der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau veröffentlichten Monitoring-Bericht zu entnehmen, der heute an das Bundesbauministerium übergeben wurde. Die Menge mineralischer Bauabfälle (ohne industrielle Nebenprodukte wie Aschen oder Schlacken) ist derweil zum wiederholten Mal gestiegen. Mit 219 Mio Tonnen markierte das Abfallaufkommen den höchsten Stand seit dem Jahr 2000.

Die höchsten Verwertungsquoten mit 97 bis 98 Prozent realisiert die Bauwirtschaft weiterhin im Bereich Baustellenabfälle und Straßenaufbruch. Einiges geringer fällt der Verwertungsanteil bei Bodenaushub, Baggergut und Gleisschotter aus. Hiervon wurden im Berichtsjahr 86 Prozent verwertet, aber noch 14 Prozent deponiert.

Quelle: 12. Monitoring-Bericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau

Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesbauministerium, lobte den „wichtigen Beitrag“ der deutschen Bauwirtschaft bei der Umsetzung der politischen Ziele. „Gemeinsam treiben wir die Energiewende, den Bau von Wohnungen und Gewerbegebäuden sowie die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur voran.“ Grundlage für die „Erfolgsgeschichte“ der Baustoff-, Bau- und Entsorgungswirtschaft waren dabei die derzeitigen Rahmenbedingungen von Bund und Ländern.

Auch zukünftig erklären sich die an der Initiative beteiligten Wirtschaftszweige in ihrem Monitoring-Bericht bereit, die Verwertung mineralischer Bauabfälle auf höchstem Niveau sicherzustellen. Allerdings seien dafür Rahmenbedingungen erforderlich, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Boden- und Grundwasserschutz einerseits und der auf Ressourceneffizienz ausgerichteten Kreislaufwirtschaft andererseits gewährleisteten. Bestehende politische Zielkonflikte, z.B. zwischen den Anforderungen der geplanten Mantelverordnung und denen des Ressourceneffizienzprogramms ProgRess, müssten entschlossen aufgelöst werden, wenn Sekundärrohstoffe auch künftig in hohem Maße dazu beitragen sollen, Primärrohstoffe zu schonen.

ZDB-Geschäftsführer Pakleppa: „Bundeseinheitliche Regeln müssen auch praxistauglich sein“

Für Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), müssen die geplanten bundeseinheitlichen Regelungen daher „nicht nur ökologisch und ökonomisch ausgewogen, sondern auch praxistauglich für Baustellen sein und gleichzeitig weitere Ziele der Bundesregierung, wie das bezahlbare Bauen und Wohnen, unterstützen“, so Pakleppa bei der Übergabe des Monitoring-Berichts.

Der ZDB ist einer von insgesamt sieben Trägern der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau. Zusammen mit den ebenfalls der Initiative angehörenden Verbänden HDB, BGRB und DA hatte sich der ZDB in den letzten Wochen vehement für Änderungen am Verordnungsentwurf der MantelV stark gemacht. Mit der kürzlich erfolgten Aufnahme einer Länderöffnungsklausel für Grubenverfüllungen in den EU-Notifizierungsentwurf ist das BMU einer Forderung der Bauwirtschaft nachgekommen.

DA-Geschäftsführer Pocha: „Durch einen Produktstatus würden die Absatzmärkte unterstützt“

Andere Kritikpunkte der Bauwirtschaft, wie das neue geplante Ersatzbaustoffkataster und die fehlenden Regelungen zum Abfallende von Ersatzbaustoffen, bestehen aber fort und wirken aus Sicht der Verbände akzeptanzmindernd. BGRB-Geschäftsführerin Christine Buddenbohm und DA-Geschäftsführer Andreas Pocha nutzten daher die Übergabe des Monitoring-Berichts, um bestehende Akzeptanzprobleme zu thematisieren. Aus Sicht Buddenbohms müsse insbesondere die öffentliche Hand die gütezertifizierten, hochwertigen Recyclingbaustoffe stärker nachfragen. Pocha sprach sich für einen Produktstatus für Sekundärrohstoffe aus, um die Absatzmärkte zu unterstützen.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − BDE will Staatsminister für Green Deal und Kreislaufwirtschaft im Kanzleramt

Alba baut Sammelsystem für E-Schrott in Singapur auf  − vor