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Mitverbrennung gewinnt in der globalen Zementindustrie weiter an Bedeutung


Mitverbrennung von Abfällen in Zementwerken
weltweit schon bei rund 25 Mio Jahrestonnen.
14.04.2020 − 

Weltweit setzen die großen Baustoffkonzerne zur Befeuerung ihrer Zementwerke immer mehr auf alternative bzw. sekundäre Brennstoffe. Auch im letzten Jahr ist die so genannte „Thermal Substitution Rate“ (TSR) bei den Branchengrößen weiter gestiegen, wie eine von EUWID vorgenommene Auswertung der jüngsten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte zeigt. Absolut dürfte die Mitverbrennungsmenge der insgesamt 15 betrachteten Unternehmen 2019 bei rund 25 Mio Tonnen gelegen haben.

Besonders aktiv im Mitverbrennungsgeschäft ist der französisch-schweizerische Großkonzern Lafarge-Holcim. Über seine Tochterfirma Geocycle hat das Unternehmen im letzten Jahr laut Geschäftsbericht 10,2 Mio Tonnen Abfall mittels Co-Processing in den Drehrohröfen seiner Zementwerke thermisch oder als alternative Rohstoffe verwertet. Separate Angaben zum alternativen Brennstoffeinsatz enthält der Bericht nicht. Im Vorjahr hatte Lafarge-Holcim die Mitverbrennungsmenge auf 6,6 Mio Jahrestonnen beziffert.

Mitverbrennung in deutschen Lafarge-Holcim-Werken bereits bei durchschnittlich 80 Prozent

2019 lag die TSR von Lafarge-Holcim konzernweit bei 20 Prozent - ein Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Besonders weit hinsichtlich des Einsatzes alternativer Brennstoffe ist Lafarge-Holcim dabei in Deutschland, wo der Konzern insgesamt vier Zementwerke in Beckum, Dotternhausen, Höver und Lägerdorf betreibt. Im Jahr 2018 lag die TSR-Quote an diesen Standorten im Durchschnitt bei 80 Prozent, wie die Holcim Deutschland Gruppe in ihrem kürzlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht mitteilt.

Dem deutschen Zementhersteller HeidelbergCement ist es im letzten Jahr laut Geschäftsbericht gelungen, konzernweit bereits 24 Prozent der gesamten im Klinkerbrennprozess benötigten Energie durch alternative Brennstoffe zu decken. Die TSR ist damit gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte gestiegen. Absolute Zahlen zur Mitverbrennungsmenge enthält der Bericht nicht. 2018 waren es insgesamt rund 3,5 Mio Tonnen, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilte.

Wie hoch der Mitverbrennungsanteil bei anderen Branchengrößen der Zementindustrie ist und welche Zielgrößen sich die Unternehmen teils für die kommenden Jahre gesetzt haben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 16/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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