|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

MHKW Rothensee plant dritten Verbrennungsblock

MHKW Rothensee mit drittem Block
MHKW Rothensee mit dem geplanten dritten Block.
26.08.2020 − 

Das Müllheizkraftwerk Rothensee bei Magdeburg plant den Bau eines dritten Verbrennungsblocks für weitere 270.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Die Kapazität des mehrheitlich zum Anlagenbetreiber EEW gehörenden MHKW werde dadurch von derzeit jährlich rund 650.000 Tonnen Hausmüll und ähnliche Abfälle auf ungefähr 920.000 Tonnen steigen, teilte die MHKW Rothensee GmbH gegenüber EUWID mit.

Zusätzlich wollen die Magdeburger in der neuen Verbrennungslinie eine Klärschlammverbrennungsanlage integrieren, die jährlich bis zu 50.000 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz verbrennen kann. Die Investitionskosten für das Projekt sollen rund 175 Mio € betragen. Der Start des Regelbetriebs ist für 2024 vorgesehen.

Mit dem Kohleausstieg fallen auch Mitverbrennungskapazitäten weg, daher gibt es nach Angaben von MHKW-Geschäftsführer Rolf Oesterhoff für die neue Anlage großen Bedarf. Nach reiflicher Überlegung habe sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Kapazitäten zu erhöhen und zu investieren. Eine ganze Reihe von Verträgen sei bereits geschlossen worden oder befände sich in fortgeschrittenen Gesprächen. Die neuen Kapazitäten seien daher zu wesentlichen Teilen bereits ausgelastet, so Oesterhoff. Rund ein Drittel des Abfalls stamme aus der Region, weitere wesentliche Mengen stammen aus anderen Regionen Ostdeutschlands. Der Rest werde wiederum aus anderen Teilen der Republik angeliefert.

Klärschlammverbrennung im Drehrohrofen

Aktuell besteht das MHKW Rothensee aus zwei Blöcken mit jeweils zwei Verbrennungslinien. Der dritte – neue – Block soll nur noch aus einer Verbrennungslinie bestehen, in der die Klärschlammverbrennung per Drehrohrofen in die Rostfeuerungsanlage integriert werden soll. Kessel und Rauchgasreinigung werden sowohl von der Rostfeuerung als auch der Klärschlammverbrennung gemeinsam genutzt.

Die Betreibergesellschaft des MHKW hat nach eigener Aussage den Genehmigungsantrag beim Landesverwaltungsamt bereits eingereicht und hofft nun, bis Ende 2021 die Genehmigung für die geplante Linie zu erhalten. Hierfür habe das Unternehmen bereits eine Informationsveranstaltung mit lokalen Vertretern abgehalten und diese über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Ende August will der Anlagenbetreiber in einer weiteren Sitzung auch die allgemeine Öffentlichkeit informieren.

Die Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH ist ein Public-Private-Partnership (PPP) zwischen EEW und  der Städtischen Werke Magdeburg GmbH & Co. KG. EEW hält 51 Prozent an der Betreibergesellschaft, die übrigen 49 Prozent gehören dem kommunalen Energieversorger.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Interpol: Illegale Verbringung von Kunststoffabfall deutlich gestiegen

Remondis übernimmt Recyclingdienstleister Brantner in Jessen  − vor