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Lobbe übernimmt Mehrheit an Kunststoffrecycler FVH


(Symbolbild)
14.08.2018 − 

Der Entsorger Lobbe übernimmt die Mehrheit an der Folienveredelung Hamburg GmbH & Co. KG. Mit Wirkung zum 15. August steigt die Lobbe Entsorggung West mit 80 Prozent bei dem Schweriner Mischkunststoffrecycler ein. Das Unternehmen sieht durch die Übernahme „hervorragende Möglichkeiten, einen Sprung bei der Verwertung von gebrauchten Verpackungen zu machen.“ Aufgrund einer höheren Sortiertiefe soll die Menge an werkstofflich verwerteten Kunststoffen deutlich gesteigert werden, hofft Lobbe. Über die Details der Anteilsübernahme haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

„Die Lobbe-Gruppe hat mit FVH den idealen Partner gefunden, da dieser über die innovativen Technologien verfügt, aus Postconsumer-Kunststoffabfällen hochwertige Granulate für vielfältige Anwendungen zu erzeugen und im Zusammenspiel mit unseren Sortieranlagen einen Innovationssprung zu erzeugen“, erklärte Michael Wieczorek, Geschäftsführer der Lobbe Entsorgung West.

Die FVH gelte als Spezialist für das Recycling von verschmutzten und vermischten Kunststofffolien sowie Mischkunststoffen und stellt hochwertige Typgranulate aus Polyethylen niedriger Dichte für die kunststoffverarbeitende Industrie her, heißt es weiter. Mit innovativen Verfahren biete der Recycler Verwertungsmöglichkeiten für Kunststoffabfälle, deren Verwertung bisher nur schwer möglich gewesen sei.

Lobbe will Kapazitäten mit patentierten Verfahren ausbauen

Mit der Übernahme sichert sich Lobbe eine Exklusivlizenz für den deutschen Markt auf die patentierten Verfahren zur Wäsche, Trennung und Trocknung stark verschmutzter Kunststoffe. Aufbauend darauf plant der Entsorger den sukzessiven Ausbau der Kapazitäten und die Ausweitung auf weitere Stoffströme. Die FVH hat 2015 im Industriepark Schwerin eine Anlage zur Erzeugung von jährlich 18.000 Tonnen Typgranulaten errichtet.

Zahlen zum Geschäftsverlauf der FVH sind nicht verfügbar. In der letzten im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz weist der Recycler jedoch für Ende 2016 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 4,1 Mio € aus.

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