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Kunststoffstrategie: EP-Umweltausschuss stimmt für Änderungen


Peter Kurth (Quelle: BDE)
11.07.2018 − 

Die europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft ist einen Schritt weiter. Gestern beschloss der Umweltausschuss des Europaparlaments (EP) seine Stellungnahme mit zahlreichen Änderungswünschen. Voraussichtlich in der zweiten Septemberwoche wird sich das Europaparlament in erster Lesung mit dem Bericht befassen. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) begrüßte das Ausschussvotum zum Bericht des belgischen Abgeordneten Mark Demesmaeker als „hilfreich, um bessere Rahmenbedingungen für mehr Kreislaufwirtschaft zu schaffen“.

Die EU-Kommission soll nach dem Willen des Ausschusses Maßnahmen zur Festlegung eines Mindestanteils von Rezyklaten in Produkten prüfen. Für BDE-Präsident Peter Kurth ist dies „ein geeignetes Mittel, einen Markt für Recyclingkunststoffe zu schaffen“. Gelobt wird vom BDE auch, dass nach dem Votum des Umweltausschusses die Kommission die Begriffe „biologische Abbaufähigkeit“, „Kompostierbarkeit“ und „biobasierte Kunststoffe“ genauer definieren soll. Klare Definitionen seien notwendig, um bestehende Missverständnisse aufzulösen, kommentierte der BDE.

Außerdem unterstützt der BDE die Forderung des Umweltausschusses nach einem EU-weiten Verbot von oxo-abbaubaren Kunststoffen ab 2020. Nach Ansicht des Verbandes sind die beschleunigte Abbaubarkeit und auch die Kompostierfähigkeit nicht gegeben. Auch könne die ökologische Vorteilhaftigkeit der oxo-abbaubaren Kunststoffe nicht belegt werden. Eine Vermischung von oxo-abbaubaren und konventionellen Kunststoffen würde aufgrund der verschiedenen Zusammensetzung zu einer schlechteren Qualität der Rezyklate führen.

Gemischte Reaktion von Umweltschützern

Lob und Kritik am Ausschussvotum kommt vom Europäischen Umweltbüro (EEB). So habe der Umweltausschuss keine stärkeren wirtschaftlichen Anreize zur Reduzierung der Kunststoffproduktion und des Kunststoffverbrauchs unterstützt.

Hingegen freut sich die Umweltorganisation über Maßnahmen, die über die ursprünglichen Vorschläge der Kommission hinausgehen. Dazu zählen das Verbot von Mikrokunststoffen in Kosmetika, Körperpflegemitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln ab 2020 und Mindestanforderungen zur Bekämpfung anderer Quellen von Mikrokunststoffen. Ebenfalls gelobt wird das vollständige Verbot von oxo-abbaubaren Kunststoffen. Biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe verhinderten Kunststoffabfälle in den Meeren nicht und sollten keine Ausrede für die weitere Verwendung von Einweg-Kunststoffprodukten sein, meint das EEB.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 29/2018. Der Text steht auch im E-Paper zur Verfügung:

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