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Konjunkturpaket: BDE wirbt für ökologische Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft
Die Krise als Chance zur ökologischen Modernisierung
nutzen, fordert der BDE.
02.06.2020 − 

Angesichts des heutigen Koalitionsgipfels zum Konjunkturpaket hat der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) für eine ökologische Modernisierung durch mehr Kreislaufwirtschaft geworben. Anstatt mit viel Geld alte Strukturen zu konservieren, sollte von dem Konjunkturpaket ein Signal ausgehen, "dass wir einen Schub brauchen für mehr Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung", heißt es in einem Schreiben des BDE, das unter anderem an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ging.

"Durch den Ersatz von Rohstoffen aus der Natur durch Rohstoffe aus Recyclingprozessen - sogenannten Recyclingrohstoffen - schonen wir natürliche Ressourcen und ermöglichen massive CO2-Einsparungen", heißt es in dem Schreiben des BDE weiter. Allein bei der Herstellung einer Tonne Stahl könnten durch den Einsatz von Recyclingrohstoffen etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen vermieden werden.

"Würde man die Wiedereinsatzquote von Recyclingrohstoffen der deutschen Industrie von heute rund 15 Prozent lediglich verdoppeln, entsprächen die dadurch gewonnenen CO2-Einsparungen den Leistungen der gesamten Windenergie", so der BDE weiter. Das geschehe allerdings nicht von selbst, sondern benötige eine entsprechende Rahmensetzung durch die Politik.

Mindesteinsatzquote soll Nachfrage nach Rezyklaten stabilisieren

Zu den Maßnahmen, die der BDE fordert, gehört neben einem vom Umweltbundesamt entwickelten Recyclinglabel auch eine Mindesteinsatzquote für Rezyklate von generell 15 Prozent. Das stabilisiere die Nachfrage und sei gut umsetzbar, so der Verband. Ziel müsse es sein, einen Markt für Recyclingrohstoffe zu schaffen, denn diese müssten erste Wahl werden und vor Primärrohstoffen gelten. Darüber hinaus sollten Investitionen in mehr und bessere Recyclinganlagen und -technologien gefördert werden.

Doch nicht nur die Entsorger als solches hat der BDE im Blick: Insgesamt müssten die geplanten Corona-Subventionen so ausgestaltet sein, dass sie die Kreislaufwirtschaft fördern. "Wer ressourcenschonend konsumiert und investiert, erhält mehr Förderung", schlägt der BDE in seinem Schreiben vor.

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