|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

KIT: Kombination von mechanischem und chemischem Recycling bei LVP sinnvoll

Gelbe Säcke am Straßenrand
Ist die Kombination aus chemischem und
mechanischem Recycling sinnvoll?
21.07.2021 − 

Eine Kombination aus mechanischem und chemischem Recycling ist ein ökonomisch und ökologisch sinnvoller Weg zur Verwertung von Leichtverpackungen. Das sagte Professor Dieter Stapf vom Karlruhe Institut für Technologie (KIT) bei der Online-Konferenz "Highway oder Holzweg – Chemisches Recycling von Kunststoffen", die das baden-württembergische Umweltministerium veranstaltet hatte.

Das derzeitige System der LVP-Verwertung liefert ein vergleichsweise bescheidenes Ergebnis. Stapf zufolge werden im aktuellen Status-Quo-Modell rund 22 Prozent des im LVP-Strom enthaltenen Kohlenstoffs zurückgewonnen. Die Ausbeute des ausschließlich mechanischen Recyclingpfades beträgt also 22 Prozent. Das spart im Vergleich zur Herstellung von Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen 0,08 € pro Kilogramm Input, führt aber zu relativ hohen CO2-Emissionen, da die als Ersatzbrennstoffe energetisch verwerteten Kunststofffraktionen in die CO2-Bilanz eingerechnet werden.

Die CO2-Bilanz lässt sich deutlich verbessern, wenn man das mechanische Recycling ausbaut und statt 22 Prozent künftig 42 Prozent des Kohlenstoffs zurückgewinnt. Dann sinkt das Treibhausgaspotenzial im Vergleich zur Herstellung aus fossilen Quellen auf 0,2 Kilogramm CO2 pro Tonne Input, die Einsparungen verdoppeln sich auf 0,16 € pro Kilogramm Inputmaterial.

Kombiniertes Verfahren spare CO2 und Kosten, so Stapf

In einem kombinierten Verfahren mit – wie derzeit – 22 Prozent mechanischem Kunststoffrecycling und einem unbestimmten Anteil des chemischen Recyclings würden die Einsparungen Stapf zufolge deutlich auf 0,25 € kg Input steigen. Darüber hinaus würde man in diesem kombinierten Verfahren 66 Prozent des Kohlenstoffs zurückgewinnen und zu neuen Produkten verarbeiten können. Das Verfahren würde damit nicht mehr CO2-Emissionen erzeugen als die Herstellung von Neuware aus fossilen Quellen.

Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft äußerten sich bei der Veranstaltung allerdings nach wie vor skeptisch hinsichtlich der Versprechungen über den Umweltnutzen des chemischen Recyclings. Industrievertreter warben hingegen für das Verfahren als eine Ergänzung zu den bisherigen Verwertungswegen.

In der vergangenen Woche hatten der Anlagenbetreiber EEW und der Systembetreiber DSD erklärt, gemeinsam ins chemische Recycling einsteigen zu wollen. Die beiden Unternehmen wollen ein Verfahren zur Aufbereitung von Mischkunststoffen und Sortierresten entwickeln und ein Joint Venture zur Aufbereitung von 200.000 Tonnen Kunststoffabfällen gründen.

Den vollständigen Artikel zu der Online-Veranstaltung "Highway oder Holzweg – Chemisches Recycling von Kunststoffen" lesen Sie in Ausgabe 29/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Brand bei Remondis in Erftstadt

Nach dem Hochwasser kommt die Sperrmüllflut  − vor