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Kartellamt erteilt Freigabe für Joint Venture von Remex und K+S


Standort Herfa-Neurode in Hessen: Eine von zwei
Untertage-Deponien von K+S.
01.12.2021 − 

Das Bundeskartellamt hat heute die Freigabe für den Zusammenschluss des neuen Gemeinschaftsunternehmens REKS gegeben. Mit dem Joint Venture wollen das Bergbauunternehmen K+S und die Remondis-Tochter Remex ihre Aktivitäten in den Bereichen der untertägigen Entsorgung sowie der Abdeckung von Kali-Rückstandshalden bündeln. Der Abschluss der Transaktion soll noch vor Jahresende erfolgen.

Die gleichberechtigte Partnerschaft sieht vor, dass K+S dem Gemeinschaftsunternehmen seine untertägigen Entsorgungsanlagen exklusiv zur Verfügung stellt und den Vertrieb für die Entsorgung von Abfällen in das Joint Venture einbringt. Remex bringt im Gegenzug seine 100-prozenzige Tochtergesellschaft Aurec, die am K+S-Standort Bernburg mineralische Abfälle für den Bergversatz aufbereitet, sowie entsprechende Vertriebsaktivitäten ein.

Durch die Vereinung der einzigartigen Infrastruktur hochmoderner Entsorgungsanlagen von K+S mit dem weitreichenden und engmaschigen Vertriebsnetz von Remex eröffne sich dem neuen Gemeinschaftsunternehmen REKS ein noch besserer Marktzugang bei der Abfallentsorgung und -aufbereitung, begrüßt K+S in einer Pressemitteilung die Kartellamtsentscheidung.

Wettbewerbsrechtliche Bedenken verzögerten das Vorhaben

Ursprünglich hatten Remex und K+S das Closing bereits für den Sommer 2021 avisiert. Bedenken der EU-Kommission hinsichtlich des Wettbewerbs auf den Märkten für die untertägige Beseitigung, insbesondere bei der Entsorgung von gefährlichen Flugaschen verzögerten aber das Verfahren. Von K+S und Remex vorgeschlagene Verpflichtungen waren für die Kommission zunächst nicht ausreichend, um die Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Binnenmarkt auszuräumen, weswegen der Fall an das Bundeskartellamt verwiesen wurde.

Nach einem intensiven Prüfverfahren hat das Bundeskartellamt nun aber doch im sogenannten Vorprüfverfahren die kartellrechtliche Freigabe erteilt. Um die wettbewerblichen Bedenken auszuräumen, haben Remex und K+S zuvor weitreichende Kompensationsmaßnahmen umgesetzt, informiert das Bundeskartellamt. Ausschlaggebend war die Entscheidung von Remex, sich von den Anteilen an dem Wettbewerber Minex zu trennen, der in Staßfurt eine Untertage-Versatzanlage betreibt. Außerdem wird die Remondis gehörende Müllverbrennungsanlage in Staßfurt künftig ihre Abfallströme über Minex und nicht über das Gemeinschaftsunternehmen REKS absteuern.

K+S sichert Wettbewerbern Entsorgungskapazitäten im Untertageversatz zu

Des Weiteren hat K+S vor wenigen Tagen auf seiner Homepage eine Reihe von Zusagen für die Bereitstellung von Entsorgungskapazitäten und Redundanzen veröffentlicht. So will K+S für die Dauer von zehn Jahren Kapazitäten in Höhe von insgesamt 50.000 Tonnen pro Jahr für die Entsorgung gefährlicher Rückstände aus der Rauchgasreinigung in ihren Untertageversatz-Anlagen bereithalten, die für die Zusammenarbeit mit Zwischenhändlern inklusive Wettbewerbern vorgesehen sind. Ferner sagte K+S für die Dauer von 15 Jahren zu, gegenüber in Deutschland ansässigen Erzeugern gefährlicher Rauchgasreinigungsrückstände Annahmeerklärungen über die Entsorgung dieser Rückstände abzugeben.

REKS-Transaktion bringt K+S Einmalertrag von 200 Mio €

Sollte die Transaktion, wie jetzt geplant, noch in diesem Kalenderjahr zum Abschluss gebracht werden, wird K+S seine bisherigen Ergebniserwartungen deutlich übertreffen. So erzielt das Unternehmen durch die Einbringung der K+S-Anteile in das „at equity“ zu konsolidierende Unternehmen REKS einen Einmalertrag von 200 Mio €. Gleichzeitig wird ein Barmittelzufluss von insgesamt 90 Mio € vor Steuern generiert, informierte der Konzern die Investoren in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Unterm Strich erwartet K+S für das Geschäftsjahr 2021 ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 830 Mio €. Die bisherige Prognose ohne REKS-Transaktion sah ein Ebitda von 630 Mio € vor.

Der Text wurde nachträglich um die Aussagen des Bundeskartellamts ergänzt.

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