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Joint-Venture von K+S und Remex: EU sorgt sich um Wettbewerb bei Entsorgung von Flugasche


Remex und K+S wollen bei der untertägigen Entsorgung
zusammenarbeiten. (Symbolbild)
20.10.2021 − 

Die Pläne von K+S und der Remondis-Tochter Remex zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens geraten ins Stocken. Die EU-Kommission sorgt sich um den Wettbewerb bei der der Entsorgung von gefährlichen Flugaschen. In dem Joint Venture mit dem Namen Reks wollen die beiden Unternehmen ihre Aktivitäten in den Bereichen der untertägigen Entsorgung sowie der Abdeckung von Kali-Rückstandshalden bündeln.

K+S soll dem Gemeinschaftsunternehmen seine untertägigen Entsorgungsanlagen exklusiv zur Verfügung stellen und den Vertrieb für die Entsorgung von Abfällen in das Joint Venture einbringen. Remex bringt im Gegenzug seine 100-prozenzige Tochtergesellschaft Aurec in das Joint Venture ein. Diese bereitet am K+S-Standort Bernburg in Sachsen-Anhalt mineralische Abfälle für den Bergversatz auf. Außerdem will die Remondis-Tochter auch seine auf die untertägige Abfallentsorgung ausgerichteten Vertriebsaktivitäten auf das neue Gemeinschaftsunternehmen übertragen.

Der geplante Zusammenschluss gebe Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf dem Markt für die Entsorgung gefährlicher Flugaschen, teilte die Kommission heute mit. K+S und Remex hätten zwar Vorschläge gemacht, um diese Bedenken auszuräumen. Die Kommission ist jedoch der Auffassung, dass die vorgeschlagenen Verpflichtungen nicht ausreichen, um die Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Binnenmarkt auszuräumen.

Verfahren wird an Bundeskartellamt verwiesen

Auch das Bundeskartellamt befürchte, dass das Vorhaben den Wettbewerb auf den Märkten für die untertägige Beseitigung von Abfällen in Deutschland erheblich beeinträchtigen könnte, heißt es weiter. Die deutsche Wettbewerbsbehörde habe darum gebeten, die Prüfung des Zusammenschlussvorhabens an sie zu verweisen. Dieser Bitte ist die Kommission nun nachgekommen. Daher wird das Bundeskartellamt nun entscheiden, ob und in welcher Form K+S und die Remondis-Tochter ihre Pläne umsetzen können.

Remex und K+S hatten die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Reks bereits Ende letzten Jahres bekannt gegeben. Damals hatten sie den Abschluss der Transaktion für Sommer 2021 erwartet.

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