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ITAD verwundert über Nabu-Studie zu MVA-Kapazitäten

Die ITAD zeigt sich verwundert über die Nabu-Studie.
Die ITAD zeigt sich verwundert über die Nabu-Studie.
16.09.2019 − 

Mit Verwunderung hat die Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen (ITAD) auf die vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem Entsorger Remondis in der vergangenen Woche vorgestellten Studie zu den Verbrennungskapazitäten in Deutschland reagiert.

„Wir beteiligen uns gerne an allen sachgerechten Diskussionen über die Rolle und den Umfang der thermischen Abfallbehandlung in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft“, sagte ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn.

Ziel müsse aber die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft mit dem größtmöglichen positiven Effekt für die Umwelt sein. Hierbei sei die thermische Abfallbehandlung ein Grundpfeiler der Kreislaufwirtschaft. Falsch wäre es, aus einer Emotion für oder gegen ein bestimmtes Behandlungsverfahren – realitätsfremde, ökologisch und ökonomisch nachteilige Lösungen zu fordern oder schlimmstenfalls zu etablieren.“

Enge Marktlage und Havarie in den Niederlanden

Die derzeitige Marktlage erklärt die ITAD unter anderem mit dem weiterhin guten Konsumklima, dem Wegfall der Mitverbrennungskapazitäten in Kohlekraftwerken, mangelnde Einsatzmöglichkeiten für bestimmte – minderwertige – Rezyklat-Qualitäten und insbesondere das Fehlen von Verwertungsmöglichkeiten in Südostasien für bestimmte Fraktionen.

Die Entwicklung habe zu einem enormen Bedarf an energetischen Verwertungskapazitäten für Abfallfraktionen geführt, die stofflich nicht verwertet werden können. Die ITAD-Anlagen, aber auch die thermischen Abfallbehandlungsanlagen im Ausland seien daher mehr als gut ausgelastet.

Auch die Situation in den Niederlanden mit der Havarie der AEB-Anlage führe dazu, dass zusätzliche Siedlungsabfälle auf den Markt drängen. Zwar sei die Entsorgungssicherheit für Siedlungsabfälle in Deutschland gewährleistet, allerdings steige der Druck auf Abfallerzeuger und Entsorger bei den Gewerbe- und Industrieabfällen, um freie Kapazitäten zu finden. "Auf Basis dieser Entwicklungen häufen sich je nach Region die Sorgen aus dem Handwerk und der Wirtschaft über derartige Entsorgungsengpässe", schreibt die ITAD in ihrer Mitteilung.

Die aktuellen Forderungen nach Kapazitätsrückbau werden von der ITAD daher mit Unverständnis zur Kenntnis genommen, auch wenn es sich um Szenarien für die Zukunft handelt. „Schon vor einigen Jahren wurde nach jahrelangen Diskussionen um Überkapazitäten bei der thermischen Abfallbehandlung eine Studie vorgestellt, die den Rückbau der Anlagenkapazitäten auf zehn Anlagen gefordert hat, um massive Hemmnisse für das Recycling abzubauen“, sagte Spohn. Schon damals habe sich gezeigt, dass sich die Grundannahmen zur Ermittlung der Kapazitäten für die energetische Verwertung als wenig verlässlich erwiesen haben und an den realen Anforderungen der Kreislaufwirtschaft vorbeigegangen sind.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 38/2019. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht der Text bereits im E-Paper zur Verfügung:

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