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Insolventer Sortierbetrieb Seos sucht neuen Investor


(Symbolbild)
11.02.2019 − 

Der Bitburger Sortierbetrieb Seos Recycling GmbH ist erneut in finanzieller Schieflage. Knapp fünf Jahre nach der Insolvenz und der anschließenden Übernahme durch die belgische Seos Group ist das ehemals als BRG Baudienstleistung und Recycling GmbH firmierende Unternehmen wieder zahlungsunfähig. Seit Mitte Januar läuft beim Amtsgericht Bitburg ein Insolvenzantragsverfahren. Es wurde eine vorläufige Eigenverwaltung mit dem Trierer Rechtsanwalt Jakob Joeres als vorläufigem Sachwalter angeordnet.

Gleichzeitig wurde über das Beratungsunternehmen Mentor AG eine Investorensuche gestartet. Eine erste Marktansprache verlief vielversprechend. „Es liegen bereits verschiedene Interessensbekundungen regionaler und überregionaler Marktbegleiter vor“, so Mentor-Vorstand Uwe Borgers gegenüber EUWID.

Durch seine konkurrenzlose Lage – im Umkreis von 100 Kilometern ist es den Angaben zufolge die einzige genehmigte Sortieranlage – hält Joeres das Unternehmen für ein attraktives Investment. Allerdings habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben, wirtschaftlich auskömmliche Stoffmengen zu akquirieren. Nach Angaben des Sachwalters verfügt die Sortieranlage über eine genehmigte Kapazität von 130.000 Tonnen Gewerbe-, Sperr- und Baumüll.

Von einer Vollauslastung sei Seos aber weit entfernt. Im Jahr 2017 soll der Durchsatz bei rund 30.000 Jahrestonnen, im letzten Jahr sogar noch deutlich darunter gelegen haben. Mit der aktuellen Personaldecke – das Unternehmen beschäftigt zurzeit 25 Mitarbeiter – sei man damit von einem kostendeckenden Betrieb weit entfernt.

Aktuelle Geschäftszahlen nannte Joeres auf Nachfrage nicht. Laut dem letzten im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresbericht erwirtschaftete die Seos Recycling GmbH in den Jahren 2015 und 2016 Verluste in Höhe von 500.000 bzw. 1,1 Mio €. Dies habe sich seither nicht zum Positiven entwickelt, so Joeres gegenüber EUWID.

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