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HBCD-Entsorgungsengpass: ITAD fordert pragmatische und umsetzbare Lösungen


MVA Stapelfeld (Quelle: EEW)
16.09.2016 − 

Der Stichtag rückt immer näher. Ab dem 30. September werden Dämmstoffabfälle, die mehr als 0,1 Prozent Hexabromcyclododecan (HBCD) enthalten, abfallrechtlich als gefährlich eingestuft. Das sieht die im Frühjahr in Kraft getretene Novelle der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) vor. Vor allem Polystyrol-Monochargen werden aber vom Entsorgungsmarkt nicht ohne Weiteres aufgenommen werden können, warnt die Interessengemeinschaft Thermischer Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) in einer aktuellen Mitteilung. Der Verband ruft daher alle Beteiligten bzw. Betroffenen dazu auf, sich schnellstmöglich an einen Tisch zu setzen, um „pragmatische, sachgerechte und technisch umsetzbare Lösungen“ zu entwickeln.

Vor allem die Länder sieht die ITAD gefordert. Der Verband moniert fehlende Vollzugsregelungen bzw. -hinweise zur rechtssicheren Entsorgung der betroffenen Polystyrol-Abfälle. Dies gelte einerseits für die Genehmigung der entsprechenden Abfallschlüssel. So habe bisher mit Niedersachsen lediglich ein Bundesland per Erlass ein entsprechend pragmatisches Vorgehen im Anzeigeverfahren nach § 15 BImSchG erlassen. Andererseits fehlten auch pragmatische und praxisorientierte Entsorgungshinweise zum Umgang mit den Abfällen in der Praxis, etwa zur Einstufung von Baumischabfällen, die HBCD-haltige EPS-Abfälle enthalten.

Der zurzeit technisch einzig verfügbare und vom Umweltbundesamt empfohlene Entsorgungsweg für gefährliche HBCD-Abfälle ist die Verbrennung. Neben den formalen Hürden (Änderungsgenehmigungen für die Annahme der Abfallschlüssel 170603*, 170903* und ggf. 150110*) gibt es laut ITAD aber auch praktische Hürden, die einer Entsorgung vor allem von Monochargen HBCD-haltiger Abfälle in thermischen Abfallbehandlungsanlagen (TAB) im Wege stehen. Hier spiele unter anderem die faktische Möglichkeit, die sehr leichten und heizwertreichen Polystyrol-Abfälle im Bunker zu mischen, eine wichtige Rolle. Aufgrund der derzeit sehr guten Auslastungssituation der TAB seien die betrieblichen Notwendigkeiten schwer zu erreichen. Täglich könne nur eine sehr begrenzte Menge dieser Abfälle mitverbrannt werden.

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