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Haniel kündigt zeitnahen Verkauf des 2020 stark defizitären Edelstahlrecyclers ELG an


Kerngeschäft von ELG Haniel ist das Recycling
von Edelstahlschrott und Superlegierungen.
16.04.2021 − 

Nun also doch: Der Duisburger Mischkonzern Franz Haniel & Cie. will sich zeitnah von seiner Tochtergesellschaft ELG Haniel trennen. Der Verkaufsprozess wurde gestartet, das Unternehmen im diese Woche veröffentlichten Konzernbericht als nicht fortgeführter Bereich gewertet. Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete ELG einen deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch.

Die Pläne von Haniel, ELG zu veräußern sind nicht neu. Bereits vor einem Jahr hatte die Duisburger Beteiligungsholding bekannt gegeben, im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung „mögliche Verkaufsszenarien“ für ELG zu prüfen. Im Januar dieses Jahres hatte ELG per Pressemitteilung jedoch Medienberichte zurückgewiesen, die von einem „zeitnahen“ Verkauf sprachen. Genau dies ist nun aber doch der Fall. Der Konzern habe Ende Dezember beschlossen, „den Geschäftsbereich ELG zeitnah zu veräußern“, heißt es im Konzernbericht. ELG sei seitdem als „zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert“.

Die Duisburger Tochter ELG ist ein Spezialist für Handel, Aufbereitung und Recycling von Rohstoffen für die Edelstahlindustrie sowie von Hochleistungswerkstoffen wie Superlegierungen und Titan. Das Unternehmen unterhält 53 Standorte in 20 Ländern auf fünf Kontinenten. Vom geplanten Veräußerungsprozess sind laut Haniel insgesamt 42 Tochterunternehmen betroffen.

Umsatzrückgang um 16 Prozent

Laut Konzernbericht musste ELG im letzten Jahr einen Umsatzrückgang um 16 Prozent auf 1,3 Mrd € hinnehmen. Grund hierfür waren vor allem die globalen Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der daraus resultierende Nachfragerückgang in den Marktsegmenten Edelstahl und Superlegierungen. Insbesondere die Situation in der Luft- und Raumfahrtindustrie als größter Abnehmerbranche für Superlegierungsschrotte sei nach wie vor desolat und die Nachfrage nach Nickel-basierten Superlegierungsschrotten und Titanschrotten liege auf einem historischen Tiefpunkt.

Operativer Verlust von 30 Mio €

Der mengen- und preisbedingte Rückgang des Rohertrags im Superlegierungsgeschäft ist somit auch hauptverantwortlich für den starken Rückgang des operativen Ergebnisses. Dieses verschlechterte sich im Berichtsjahr von einem Plus von sieben Mio € im Vorjahr auf ein Minus von 30 Mio €. Zudem wurde das Ergebnis durch Einmalaufwendungen belastet, welche die Effekte aus Kostensenkungsmaßnahmen überkompensierten.

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von ELG lag im Jahr 2020 bei 1.274. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Rückgang um knapp acht Prozent, was Haniel im Wesentlichen auf Initiativen zur Kosteneinsparung aufgrund von Covid-19 sowie eine verbesserte Effizienz im Rahmen des angestoßenen Transformationsprogramms begründet.

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