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Hamburg rekommunalisiert Fernwärmenetz

Das Fernwärmenetz in Hamburg gehört ab dem kommenden Jahr wieder der Stadt.
Das Fernwärmenetz in Hamburg gehört ab dem
kommenden Jahr wieder der Stadt.
15.11.2018 − 

Das Fernwärmenetz in der Hansestadt Hamburg wird rekommunalisiert. Das Stadtparlament hat gestern mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linke dafür gestimmt, das Fernwärmenetz vom Betreiber Vattenfall zurückzukaufen und  den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ aus dem Jahr 2013 auch im Bereich der Fernwärme umzusetzen.

Mit dem Volksentscheid hatten sich die Bürger in Hamburg dafür ausgesprochen, die Strom- Fernwärme- und Gasleitungsnetze wieder in die öffentliche Hand zu übernehmen. In einem ersten Schritt hat die Stadt im Februar 2014 das Stromnetz erworben, ist der Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft zu entnehmen. Anfang dieses Jahres folgte der Rückkauf des Gasnetzes. Die Fernwärmeleitungen sind die dritte Hamburger Energieversorgungsinfrastruktur, die nun zurück in kommunale Hände gehen wird.

Bislang hatte die Vattenfall Wärme GmbH (VWH) in Hamburg ein geschlossenes Fernwärmesystem. Die Gesamtlänge des Hamburger Netzes beträgt nach Angaben des Senats rund 840 Kilometer. Etwa 480.000 Wohneinheiten  werden in der Hansestadt  mit  Fernwärme versorgt. Derzeit füttern die beiden mit Kohle und Gas befeuerten Heizkraftwerke in Wedel und Tiefstack, die Hamburger Müllverbrennungsanlagen Borsigstraße und Rugenberger Damm sowie fünf weitere Heizwerke die Leitungen mit heißem Wasser.

950 Mio € für die restlichen 74,9 Prozent des Fernwärmenetzes

Bereits Ende 2012 – und damit noch vor dem Volksentscheid – hatte die Stadt Hamburg nach Darstellung des Senats 25,1 Prozent der Anteile an der VWH erworben. 325 Mio € bezahlten die Hamburger, um strategischen Einfluss auf das Fernwärmesystem der Stadt zu erlangen. Für die restlichen 74,9 Prozent der Anteile einigten sich die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung (HGV) und Vattenfall auf einen Preis von 950 Mio € - wirtschaftlich zu vollziehen am 1. Januar 2019.

Bis Ende November musste die Stadt Hamburg eine Entscheidung treffen, ob die vereinbarte Kaufoption gezogen werden soll oder nicht. Mit der gestern ergangenen Entscheidung der Bürgerschaft wird das Hamburger Fernwärmenetz zum Jahreswechsel in kommunalen Besitz gehen.

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