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bvse-Taskforce: Altgeräte mit Lithium-Knopfzellen aus ADR herausnehmen


Quelle: BMUB (Rupert Oberhäuser)
30.03.2015 − 

Die Vertreter der privaten sowie kommunalen Entsorgungswirtschaft sowie von Seiten der Hersteller und Batterierücknahmesystemen haben sich dafür ausgesprochen, Altgeräte mit Lithium-Knopfzellen aus dem Anwendungsbereich des Gefahrgutrechts ADR herauszunehmen. Zu diesem Ergebnis kam die vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) eingesetzte Arbeitsgruppe bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche.

Nach der aktuellen Gesetzlage mache bereits eine einzige Lithium-Knopfzelle den Elektroschrott zum Gefahrguttransport. Diese Einstufung sehen die beteiligten Kreise jedoch als „unverhältnismäßig“ an, da beispielsweise ein Container der Sammelgruppe 3 (IT- und Telekommunikationsgeräte sowie Unterhaltungselektronik) Schätzungen der Hersteller zufolge lediglich 40 bis 100 Gramm Lithium-Knopfzellen enthalte.

Daher drängen die Teilnehmer des Arbeitskreises auf eine „risikobasierte Debatte“ über die Herausnahme der betroffenen Altgeräte aus dem Anwendungsbereich des ADR. Ein entsprechender Antrag soll auf EU-Ebene vom Bundesverkehrsministerium gestellt werden.

Bei der Separierung von Altgeräten mit und ohne Lithium-Ionen-Akuus an den Sammelstellen war sich die Arbeitsgruppe einig, dass dies anhand eines einfachen Kriteriums erfolgen könne. So sollten alle Geräte mit Kabel grundsätzlich als Geräte ohne Lithiumbatterien eingestuft werden, und alle Geräte ohne Kabel als Geräte mit Lithium-Akkus gelten.

Hinsichtlich der möglicherweise zusätzlich in den Geräten enthaltenen Knopfzellen sei eine derartige Unterscheidung praktisch jedoch ausgeschlossen, erklärte der bvse im Anschluss an das Treffen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Geräte ohne Lithium-Akkus nicht noch Knopfzellen beispielsweise als Stützbatterie für eine interne Uhr enthalten.

Neue Sammelbehälter für Sammelgruppe 5 gefordert

Bei der Sammlung und Separierung von lithiumhaltigen Altgeräten der neuen Sammelgruppe 5, welche Haushaltskleingeräte, IT- und Telekommunikationsgeräte sowie Unterhaltungselektronik (ohne Fernseher) umfassen soll, wollen die Teilnehmer des Arbeitskreises noch Änderungen am neuen ElektroG durchsetzen. Demnach sollte die Sammelgruppe künftig aus dem bisherigen Großcontainer mit mindestens 30 Kubikmeter Fassungsvermögen für Geräte ohne Akkus sowie zusätzlicher ADR-konformer Behältnisse zur separaten Erfassung der Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus bestehen.

Beides zusammen soll als eine Gruppe mit zwei Transportvorgängen gewertet werden. Eine Mindestabholmenge für die Behältnisse mit den ADR-Geräten müsse noch definiert werden, im Raum stehen hier Container mit fünf bzw. sieben Kubikmetern Fassungsvermögen.

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