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Geminor will EBS aus Süddeutschland exportieren

Die RoRo-Fähre: Für Geminor das Mittel der Wahl, um<br> EBS nach Skandinavien zu bringen.
Die RoRo-Fähre: Für Geminor das Mittel der Wahl, um
EBS nach Skandinavien zu bringen.
12.04.2019 − 

Der norwegische EBS-Händler Geminor hat es auf den süddeutschen Entsorgungsmarkt abgesehen. Das Unternehmen unterstützt derzeit deutsche EBS-Aufbereiter dabei, Ersatzbrennstoffe für den Export Richtung Schweden vorzubereiten, heißt es in einer Mitteilung von Geminor. Süddeutschland habe einen Überschuss an qualitativ hochwertigen Abfällen und ein enormes Exportpotenzial, so Geminor.

Die Marktbedingungen für Geminor in Süddeutschland könnten derzeit günstiger kaum sein. Marktteilnehmer berichten gegenüber EUWID, dass es am Verbrennungsmarkt im Süden Deutschlands derzeit wieder sehr eng ist. Gründe hierfür gibt es viele: Unter anderem war der Winter wieder sehr mild. Viele Winterläger seien daher nicht abgebaut worden, hieß es.

Die Norweger wollen die britische Erfolgsgeschichte bei den Abfallexporten gerne in Deutschland wiederholen. Die ist eng verknüpft mit dem Transport per RoRo-Fähre, bei dem gepresste Ersatzbrennstoffe per Schwerlastkassette Richtung Skandinavien verschifft werden. EBS so zu transportieren ist nach Angaben von Geminor kostengünstiger und führt zu weniger Anhängern auf der Straße. Grundsätzlich sei es so auch möglich, ballierte Ersatzbrennstoffe per Bahn zu transportieren, so Geminor weiter. Das Unternehmen hofft, dass dieses Modell auch in Deutschland Schule macht. „Wir hoffen, den RoRo-Transport von Deutschland in den kommenden Jahren zu erhöhen“, heißt es in der Mitteilung Geminors.

Erste RoRo-Lieferung aus Kiel in Malmö eingetroffen

Ein erster Anfang ist gemacht. Denn die Norweger haben die ersten Ersatzbrennstoffe Anfang April per RoRo-Fähre von Kiel aus in den schwedischen Teil des Kopenhagen-Malmö-Ports gebracht. Vertragspartner ist der Papierhersteller SCA, der mit eigenen RoRo-Fähren Papier auf Schwerlastkassetten von Schweden nach Mitteleuropa bringt. Anstatt wie bislang leer nach Schweden zurückzufahren, werden die Fähren nun mit EBS aus Deutschland verladen. Anschließend werden die Ersatzbrennstoffe in der Müllverbrennungsanlage des Anlagenbetreibers Sysav in Malmö thermisch verwertet. Rund 20.000 Tonnen EBS wird Geminor in den kommenden zwei Jahren von Deutschland zur Verbrennung nach Malmö bringen.

Geht es nach dem norwegischen EBS-Händler, soll sich die Menge in den kommenden Jahren deutlich steigern. Noch fehlt es im deutschen Abfallmarkt an entsprechendem Know-how, wie der EBS für den Export per RoRo-Fähre aufbereitet werden muss. Auch die benötigten Pressmaschinen sind in Deutschland laut Geminor eher Mangelware. Hier bieten die Norweger ihre Unterstützung an. „Wir glauben, dass der neu geschaffene Weg nach Schweden mehr deutsche Abfallproduzenten ermutigen wird, Abfälle für den Export zu ballen“, sagte Andreas Hefler von Geminor in Deutschland.

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