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Freiwillige Selbstverpflichtung für Recycling von Agrarfolien

Regina Dube vom BMU (3. v.r.) hat die freiwillige Selbstverpflichtung überreicht bekommen.
Regina Dube vom BMU (3. v.r.) hat die freiwillige
Selbstverpflichtung überreicht bekommen.
27.06.2019 − 

Die Initiative Erde (Erntekunststoffe Recycling Deutschland) verpflichtet sich, 65 Prozent aller in Deutschland auf den Markt gebrachten Silo- und Stretchfolien bis zum Jahr 2022 zu sammeln und zu recyceln. Die freiwillige Selbstverpflichtung wurde dem Bundesumweltministerium am Donnerstag in Berlin überreicht, informierte die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK).

Unterzeichner sind neben der IK und der Erde-Initiative der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband Agrarhandel sowie der Bundesverband Lohnunternehmen. "Alle Erntekunststoffe sollen gesammelt und recycelt werden, um den Kreislauf zu schließen und den Eintrag von Kunststoffen in den Boden und die Umwelt zu vermeiden", sagte Erde-Geschäftsführer und IK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Bruder.

Bisher werden nach Angaben des IK 25 Prozent der Silo- und Stretchfolien von Erde gesammelt und recycelt. Rund 70 Prozent der gesammelten Agrarfolien werden in Deutschland recycelt, die übrigen 30 Prozent im EU-Ausland. Aus den gebrauchten Folien werden unter anderem neue Agrar- und Baufolien, Bewässerungsschläuche und Müllbeutel erzeugt. Erde hat den Angaben zufolge im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Recyclingmenge an Agrarfolien im letzten Jahr gegenüber 2017 auf 13.433 Tonnen gestiegen ist. Damit hat sich die Menge nahezu verdoppelt.

Die Aufnahme weiterer Erntekunststoffe in das Rücknahme- und Verwertungssystem ist erklärtes Ziel der Selbstverpflichtung. Zwar machten Silo- und Stretchfolien mit zwei Dritteln den Großteil der Anwendungen aus, zukünftig werden aber auch Spargelfolien, Rundballennetze und Mulchfolien in den Kreislauf integriert. Damit strebe Erde eine ganzheitliche Verwertungslösung für alle Erntekunststoffe an. "Das Konzept der Rücknahme funktioniert nur, wenn Hersteller, Inverkehrbringer und Landwirte eng zusammenarbeiten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes, Henning Ehlers.

Das Erde-System basiert auf einer Vielzahl von Sammelstellen, die von den Mitgliedern der Verbände des Agrarhandels und der Lohnunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Systembetreiber RIGK GmbH aufgebaut wurden.

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