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Fehr-Knettenbrech übernimmt Fehr Umwelt Hessen komplett


Christian Meret, Sprecher der Geschäftsführung von
Fehr-Knettenbrech Industrieservice.
22.07.2020 − 

Der Entsorger Fehr-Knettenbrech übernimmt sämtliche Dienstleistungen und Tochtergesellschaften der Fehr Umwelt Hessen (FUH) in Hessen und im Süden Niedersachsens. Die Übernahme erfolge zum 1. August, teilte das Gemeinschaftsunternehmen der Fehr-Gruppe und des Entsorgers Knettenbrech + Gurdulic (K+G) mit. Dieser Schritt bedeute für Fehr-Knettenbrech einen „nicht unerheblichen Wertzuwachs“ in Form von Industrie-, Gewerbe- und Privatkunden.

Mit der Übernahme will das in Bad Nauheim ansässige Unternehmen die strategische Reichweite innerhalb Hessens und Niedersachsens ausweiten. Durch die neuen Standorte und Aktivitäten werde ein Umsatz von mehr als 50 Mio € erreicht. Die Zahl der Niederlassungen wachse auf zwölf, die Zahl der Mitarbeiter auf über 400. Hinzu kommen außerdem vier Zwischenlager für gefährliche Abfälle, erklärte das Unternehmen, an dem Fehr und K+G jeweils 50 Prozent der Anteile halten, weiter.

„Seit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens vor zwei Jahren konnte Fehr-Knettenbrech ein starkes Wachstum in einer sich ständig wandelnden Branche erzielen“, so Geschäftsführer Christian Meret. In der Übernahme der Aktivitäten der Fehr-Umweltgruppe sieht er optimale Voraussetzungen, um die Position des Unternehmens im Markt zu stärken und weiter auszubauen. „Durch die Nutzung des gemeinsamen Potenzials beider Unternehmen sind wir den steigenden Anforderungen an die Entsorgung und Verwertung von Wertstoffen stets einen Schritt voraus und können unseren Kunden so fortlaufend optimierte Top-Servicequalität gewährleisten“, betonte Gesellschafter Andreas Fehr.

Fehr-Knettenbrech hatte erst im März die Übernahme des Standortes der FUH im osthessischen Bad Hersfeld verkündet. Im Jahr 2018 wurde die Betriebsstätte Bad Nauheim in das damals neu gegründete Joint Venture Fehr-Knettenbrech eingebracht. Zum Beginn des letzten Jahres hatte Fehr darüber hinaus die Betriebsstätte Dieburg an Knettenbrech + Gurdulic veräußert.

Fehr Umwelt Hessen zuletzt in finanzieller Schieflage

Die Fehr Umwelt Hessen GmbH & Co. KG hat bereits seit einiger Zeit mit finanziellen Problemen zu kämpfen. In dem Mitte März im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht der Gesellschaft für das Jahr 2018 heißt es, das Eigenkapital sei am Bilanzstichtag vollständig aufgebraucht gewesen und die Gesellschaft bilanziell überschuldet. Die Muttergesellschaft habe daher im Jahr 2018 weitere Zuzahlungen in das Eigenkapital in Höhe von 1,83 Mio € vorgenommen. Eine seitens der Muttergesellschaft begrenzt auf vier Mio € ausgesprochene Patronatserklärung mit einer Laufzeit bis Ende 2021 habe zur Vermeidung des insolvenzrechtlichen Tatbestands der Überschuldung geführt, heißt es im Geschäftsbericht.

Für das Jahr 2018 hatte die Fehr Umwelt Hessen einen Fehlbetrag von rund 2,0 Mio € ausgewiesen. Im Jahr zuvor lag der Verlust noch bei über 2,3 Mio €. Der Umsatz summierte sich 2018 auf 18,2 Mio €. Den 15-prozentigen Rückgang der Erlöse gegenüber dem Vorjahr begründete das Unternehmen vor allem mit dem Verkauf von Standorten.

Knettenbrech + Gurdulic hatte erst in der Vorwoche eine weitere Übernahme vermeldet. So übernimmt die gemeinsam mit der Firmengruppe Horn & Co. geführte Siegerland Umweltservice zum 1. August sämtliche Anteile des in Olpe ansässigen Entsorgers Trivendis.

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