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EU-Stahlschrottexporte in die Türkei im 1. Halbjahr auf Rekordstand gestiegen


Insgesamt 11,2 Mio Tonnen Stahlschrott wurden im
ersten Halbjahr aus der EU in Drittländer exportiert.
24.09.2021 − 

Die EU-Mitgliedstaaten exportieren immer mehr Stahlschrott in Länder außerhalb der EU (Drittstaaten). Mit 11,2 Mio Tonnen lagen diese Extra-EU-Ausfuhren im ersten Halbjahr laut Eurostat so hoch wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs um 49 Prozent. Maßgeblich hierfür ist vor allem die große Schrottnachfrage der Türkei. So erhöhten sich die EU-Ausfuhren in die Türkei in den ersten sechs Jahresmonaten ebenfalls um fast die Hälfte und erreichten mit 7,7 Mio Tonnen auch hier einen historischen Höchststand.

Seit 2015 sind die Stahlschrottexporte der EU-Staaten in die Türkei stetig gestiegen – von seinerzeit 5,7 Mio Tonnen auf 11,8 Mio Tonnen im letzten Jahr. Selbst in der durch den Ausbruch der Corona-Pandemie geprägten ersten Jahreshälfte 2020 legten die EU-Ausfuhren Richtung Türkei entgegen dem damaligen allgemeinen Trend zu.

Ausfuhren nach Indien weiter rückläufig

Anders verhält sich beim Handel mit Indien. Hier hat sich der negative Trend aus dem letzten Jahr fortgesetzt. Einem Rückgang von 55 Prozent der EU-Exporte zwischen Januar und Juni 2020 folgte für die ersten sechs Monate dieses Jahres ein weiteres Minus um 17 Prozent auf lediglich 234.000 Tonnen. Grund hierfür dürfte der berichtete massive Wertzuwachs von Stahlschrott innerhalb der EU und die gleichzeitig stark gestiegenen Seefrachten sein, wodurch sich Lieferungen nach Indien für EU-Exporteure in den letzten Monaten kaum lohnten. Erst im September war aus deutschen Marktkreisen wieder von steigenden Ausfuhrmengen zu hören.

Den deutlichen Anstieg der Stahlschrottpreise im ersten Halbjahr dokumentieren auch die Eurostat-Zahlen. Während die gesamte Ausfuhrmenge der 27 EU-Mitgliedstaaten, wie gesagt, um knapp die Hälfte auf 11,2 Mio Tonnen zulegte, hat sich der Ausfuhrwert von 1,9 Mrd auf 3,9 Mrd € mehr als verdoppelt. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate lag der Pro-Tonne-Preis für die Exportware damit bei 349 €, verglichen mit 252 €/t im Vorjahreszeitraum.

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