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EU-Siedlungsabfallstatistik: 2020 wurde weniger deponiert und deutlich mehr verbrannt


Jeder EU-Bürger erzeugte 2020 im Schnitt 505 kg Abfall.
Der höchste Stand seit dem Jahr 2009.
13.01.2022 − 

In Europas Haushalten fällt immer mehr Müll an. Laut aktuellen Daten der Europäischen Statistikbehörde Eurostat erzeugte jeder Einwohner der EU-27 im Jahr 2020 durchschnittlich 505 Kilogramm Abfall. Das sind vier Kilogramm mehr als 2019 und markiert den höchsten Stand seit 2009, als das Pro-Kopf-Aufkommen bei 510 Kilogramm lag. In absoluten Zahlen fielen 2020 EU-weit 225,7 Mio Tonnen Siedlungsmüll an – mehr waren es zuletzt im Jahr 2008. Fast die Hälfte der Abfälle konnte stofflich verwertet werden. Der Rest wurde deponiert oder verbrannt, wobei sich vor allem die Verbrennung wachsender Beliebtheit erfreut.

Der von Eurostat Anfang dieser Woche aktualisierte Datensatz ist noch unvollständig. Fünf der 27 EU-Staaten haben noch keine Zahlen für 2020 gemeldet. In diesen Fällen hat sich das Statistikamt für die Berechnung der aggregierten EU-27-Werte an den letzten verfügbaren Daten orientiert.

Deponierungsanteil weit gespreizt von einem bis 89 Prozent

Der Blick auf die verschiedenen Entsorgungspfade zeigt, dass der Anteil der deponierten Siedlungsabfälle entsprechend der politischen Zielsetzung weiterhin stetig abnimmt. Laut Eurostat wurden 2020 rund 51,6 Mio Tonnen Siedlungsabfall abgelagert, was 23,3 Prozent der gesamten Behandlungsmenge entspricht. 2019 lag der Deponierungsanteil noch bei 24,4 Prozent, im Jahr davor bei 24,5 Prozent.

Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Staaten weiterhin enorm. Während in Ländern wie Deutschland, Dänemark und Schweden weniger als ein Prozent der Siedlungsabfälle auf der Deponie landen, sind andere EU-Staaten von der in der Abfallrahmenrichtlinie beschlossenen Zielsetzung, den Anteil der deponierten Siedlungsabfälle bis 2035 auf unter zehn Prozent zu senken, noch weit entfernt: So deponieren laut Eurostat derzeit mit 13 fast die Hälfte aller EU-Mitgliedstaaten 40 oder mehr Prozent des Siedlungsmülls.

Verbrennungsmenge 2020 um 2,5 Mio Tonnen gestiegen

Der in den letzten Jahren verzeichnete Rückgang der deponierten Abfälle ging vor allem einher mit einem deutlichen Bedeutungszuwachs der Verbrennung, wohingegen das werkstoffliche Recycling weitgehend stagnierte. Insbesondere die nordeuropäischen Länder Dänemark, Estland, Finnland und Schweden setzen auf die energetische Verwertung von Abfällen. Der Verbrennungsanteil in diesen Ländern liegt zwischen 45 und 61 Prozent.

Insgesamt wurden 2020 EU-weit 61,4 Mio Tonnen Siedlungsabfall in Verbrennungsanlagen beseitigt bzw. energetisch verwertet. Das waren 2,5 Mio Tonnen mehr als 2019 und 8,2 Mio Tonnen mehr als noch 2010.

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