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EU-Altpapierexporte in Drittstaaten auf den niedrigsten Stand seit 2003 gesunken


Innerhalb der letzten vier Jahre haben sich
die EU-Altpapierexporte nahezu halbiert.
17.09.2021 − 

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union exportieren immer weniger Altpapier in Länder außerhalb der EU (Drittstaaten). Im ersten Halbjahr lagen diese Extra-EU-Ausfuhren auf dem niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Der dabei in den letzten vier Jahren zu beobachtende beschleunigte Rückgang lässt sich mit zwei einschneidenden Faktoren erklären: Mit der deutlichen Verschärfung der Einfuhrbestimmungen Chinas und dem Ausbruch der Corona-Pandemie und den hieraus ergebenen Folgen auf Handelsaktivität und Konjunkturentwicklung.

Gemäß der in dieser Woche von Eurostat veröffentlichten jüngsten Exportstatistik summierten sich die Altpapierausfuhren der 27 EU-Staaten in Drittstaaten in den ersten sechs Monaten auf 2,28 Mio Tonnen. Das entspricht nur noch etwas mehr als der Hälfte der Exportmenge vom ersten Halbjahr 2017 in Höhe von 4,04 Mio Tonnen. Maßgeblich für diese Entwicklung war vor allem die stark gesunkene Importnachfrage Chinas. War das Land bis vor wenigen Jahren noch der mit Abstand wichtigste Abnehmer europäischen Altpapiers, führten die mit der „Green-Fence-“ und der „National-Sword-Initiative“ umgesetzten verschärften Einfuhrbestimmungen dazu, dass sich die EU-Exporte nach China drastisch von 2,6 Mio Tonnen im ersten Halbjahr 2017 auf nur noch 9.000 Tonnen in der ersten Hälfte dieses Jahres reduzierten.

Die entstandene Nachfragelücke wurde in der Folgezeit zum Teil durch Mehrexporte in andere Teile Asiens, allen voran nach Indien und Indonesien, sowie in die Türkei kompensiert. Die EU-Lieferungen in diese Länder haben sich vervielfacht. Dann aber kam es Anfang letzten Jahres zum weltweiten Ausbruch des Coronavirus. Die ersten Lockdowns ließen die Handelsaktivitäten im Frühjahr 2020 regelrecht zusammenbrechen, wie die beistehende Exportkurve veranschaulicht.

Hoher Altpapierbedarf in der EU lässt Exporte im ersten Halbjahr um ein Fünftel sinken

Ebenso schnell normalisierte sich der Altpapierexporthandel zunächst aber auch wieder und erreichte bis September das Vor-Pandemie-Niveau. Seither ist nun aber erneut ein stetiger Rückgang der Handelsmengen zu beobachten. Die Erklärung hierfür dürfte vor allem am starken Konjunkturaufschwung nach dem Corona-Tief liegen. Die Produktionen der europäischen Papierwerke laufen auf vollen Touren und sorgen für einen merklich erhöhten Altpapierbedarf. Laut kürzlich vom deutschen Verband „Die Papierindustrie“ veröffentlichten Zahlen stieg der hiesige Altpapierverbrauch in den ersten sechs Monaten 2021 um sieben Prozent.

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