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Eric Rehbock: „Recyclingkunststoff darf und muss mehr kosten als konventioneller Kunststoff“


Bei der KrWG-Novelle erwartet Rehbock die
meisten Diskussionen hinsichtlich des kommunalen
Klagerechts sowie zum öffentlichen Beschaffungswesen.
18.09.2019 − 

Die Entsorgungswirtschaft ist derzeit in Bewegung – und der Mittelstand steht unter Druck wie selten zuvor. Neue, finanzkräftige Akteure drängen in einen Markt, in dem das Recycling mit strukturellen Problemen und die Verbrennung mit knappen Kapazitäten zu kämpfen haben, der aber für den Klimaschutz von strategischer Bedeutung ist. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock sprach mit EUWID über die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die derzeitigen Herausforderungen und die Chancen des Mittelstandes. Themen sind dabei unter anderem auch die knappen Verbrennungskapazitäten, die Probleme bei der Verpackungsentsorgung sowie bei der Sammlung von Altgeräten mit lithiumhaltigen Batterien.

Herr Rehbock, verstärkte Konzentrationstendenzen und Übernahmeaktivitäten durch Großkonzerne und neu in den Markt tretende Akteure auf der einen Seite, zunehmende Bestrebungen zur Rekommunalisierung auf der anderen Seite – wie können sich die eher mittelständisch geprägten Mitgliedsunternehmen in diesem Marktumfeld behaupten?

Das ist zugegebener Maßen keine komfortable Situation. Allerdings zeichnet sich der Mittelstand durch Mut, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Innovationsfreude aus. Die Unternehmen nutzen vorhandene Spielräume, bringen ihre Expertise und ihr Engagement ein. Das imponiert den Kunden.

Im Bereich der Verpackungsentsorgung stehen steigenden Kosten und knappen Kapazitäten in der Sortierung ambitionierte Quoten im neuen Verpackungsgesetz gegenüber. Wie kann das bestehende System noch zum Erfolg werden?

Die Recyclingquoten sind meiner Meinung nach nur einzuhalten, wenn ausschließlich recyclingfähige Verpackungen in den Markt kommen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Außerdem muss das Sammelsystem qualitativ verbessert werden. Einmal über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und zum anderen über eine qualitative Abstimmung mit den kommunalen Systemen. Es kann nicht angehen, dass die Kommunen ihre Sammelsysteme, vor allem für Restmüll, auf Kosten der Qualität der LVP-Sammlung optimieren.

Wir müssen uns außerdem von der Billigheimer-Mentalität verabschieden. Die Recyclingindustrie ermöglicht der kunststoffverarbeitenden Industrie, ausgewählte Produkte ressourcen- und umweltschonend herzustellen und damit von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft zu kommen. Zusätzlich wird dadurch der CO2-Abdruck der Produkte deutlich reduziert. Wir produzieren also einen handfesten Mehrwert und dieser Mehrwert muss sich natürlich auch im Preis abbilden. Deshalb muss und darf Recyclingkunststoff mehr kosten als konventioneller Kunststoff. Im Gegenzug setzen wir uns dafür ein, dass die Unternehmen, die Recyclingprodukte einsetzen, von CO2-Gutschriften profitieren können. So kann Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz vorangebracht werden.

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Das komplette Gespräch mit Eric Rehbock lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 38/2019. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht das Interview auch in unserem E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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