|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Entsorgungswirtschaft beklagt wachsenden Fahrermangel


Die Probleme bei der Suche nach Fahrern könnte die
Entsorgungswirtschaft ausbremsen, befürchtet der bvse.
08.01.2021 − 

Die Entsorgungswirtschaft steht bei der Suche nach Fahrern vor immer größeren Problemen. Darauf deutet auch eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung unter den rund 950 Mitgliedsunternehmen hin. So berichtet mehr als die Hälfte der Unternehmen über Probleme, Auszubildende für den Beruf des Kraftfahrers zu finden. Sogar 80 Prozent der Unternehmen fällt es schwer, Mitarbeiter zu gewinnen, die eine gültige Berufskraftfahrerqualifikation haben. „Der Markt ist abgegrast“, so bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Die Unternehmen seien dabei durchaus bereit, auch ausländische Fahrer anzustellen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sie neben der notwendigen Berufsqualifikation auch über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen, um eine reibungslose Zusammenarbeit innerhalb der Logistikkette zu ermöglichen, so der bvse. Dies sei aber offenbar eine hohe Hürde. Denn drei Viertel der befragten Unternehmen berichten über Probleme, Fahrer mit ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen zu finden.

Aus Sicht des bvse könnte die Entsorgungswirtschaft durch den Fahrermangel als Ganzes ausgebremst werden. Denn die überwiegende Zahl der Mitgliedsunternehmen will die Zahl ihres Fahrpersonals erhöhen oder zumindest stabil halten. So gab die Hälfte der befragten Unternehmen an, zukünftig die Zahl der Lkw-Fahrer erhöhen zu wollen. Weitere 42 Prozent wollen ihren Fahrerbestand zumindest halten. Lediglich sechs Prozent der bvse-Mitgliedsunternehmen wollen die Anzahl ihrer Lkw-Fahrer reduzieren und zwei Prozent sogar den eigenen Fuhrpark aufgeben.

Für Verbandsgeschäftsführer Rehbock zeigen diese Zahlen, dass die Unternehmen trotz Coronakrise insgesamt positiv in die Zukunft blicken. „Mehr Fahrer bedeuten auch mehr Investition in Fahrzeuge und Anlagen. Die Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche ist und bleibt eine Zukunftsbranche.“ Nach Einschätzung des Verbandes gehen die Unternehmen davon aus, dass es einen stabilen und in den nächsten Jahren auch wachsenden Einsatz von Sekundärrohstoffen beziehungsweise Recyclingprodukten in der Wirtschaft geben wird. „Die Politik ist hier aufgerufen, diese Erwartungen, die ja auch mit Investitionen verknüpft sind, nicht zu enttäuschen“, betonte Rehbock.

Der Umfrage zufolge setzen die bvse-Mitgliedsunternehmen zu 84 Prozent Sammelfahrzeuge mit Absetz- und Abrollcontainern und zu 72 Prozent Kipper-Lkw sowie Sattelzüge inklusive Großraum- und/oder Schubbodenauflieger ein. Über Pressmüllfahrzeuge, die vor allem in der Sammlung haushaltsnaher Abfälle eingesetzt werden, verfügen hingegen nur 46 Prozent der Unternehmen.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − BDE-Mitgliederumfrage zeigt Licht und Schatten

GAB will MHKW Tornesch neu bauen und erweitern  − vor