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EnBW plant Anlage zur Klärschlamm-Monoverbrennung in Walheim

Fotomontage von EnBW zur Klärschlammverbrennungsanlage Walheim
So soll die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage
von EnBW in Walheim aussehen.
09.06.2021 − 

Der Energieversorger EnBW will in Walheim im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg eine Klärschlammverbrennungsanlage errichten. Das Unternehmen plant, am Unternehmensstandort eine Monoverbrennungsanlage für rund 180.000 Tonnen entwässerten Klärschlamm zu errichten. Das sind umgerechnet rund 45.000 Tonnen Trockensubstanz.

In Walheim betreibt die EnBW ein Kohlekraftwerk mit zwei Blöcken, die seit 1962 beziehungsweise 1967 in Betrieb sind. Anfang der Achtzigerjahre hat das Unternehmen zusätzlich eine mit leichtem Heizöl befeuerte Gasturbine in Betrieb genommen. Die beiden Kohlekraftwerksblöcke sind von der Bundesnetzagentur bis mindestens März 2023 als systemrelevant eingestuft worden. Eine endgültige Stilllegung der Blöcke zum März 2023 sei angedacht, stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Entscheidung der Bundesnetzagentur, so EnBW. Die Gasturbine will der Energieversorger weiter betreiben.

Inbetriebnahme für Anfang 2025 vorgesehen

An diesem Standort wollen die Karlsruher künftig Klärschlamm thermisch behandeln. Anfang des kommenden Jahres will EnBW den Genehmigungsantrag einreichen. Wenn alles gut geht, will der Kraftwerksbetreiber ein Jahr später – Anfang 2023 – mit dem Bau der Anlage beginnen. Für Anfang 2025 ist nach derzeitigen Planungen die Inbetriebnahme vorgesehen.

Der geplante Neubau werde im Wesentlichen aus einem nach außen abgedichteten Klärschlammbunker, einem Ofen zur Verbrennung des Klärschlamms mit Wärmeauskopplung sowie einer Rauchgasreinigung bestehen. Ein Schleusensystem sowie spezielle Filter sollen für eine geruchsneutrale Anlieferung und Lagerung des Klärschlamms sorgen.

"Neben der Projektierung der Anlage prüfen wir derzeit den Aus- und Aufbau eines Nah- und Fernwärmenetzes in Walheim und den benachbarten Gemeinden", berichtet EnBW-Projektleiter Andreas Pick. „Mittelfristig ist zudem eine bauliche Erweiterung angedacht, um zusätzlich aus der anfallenden Asche Phosphor zurückgewinnen zu können."

EnBW-Tochter MSE soll die Anlage beliefern

In Baden-Württemberg wird Klärschlamm aktuell überwiegend in Zementwerken und Kohlekraftwerken mitverbrannt. Letztere werden aber aufgrund des Kohleausstiegs bald nicht mehr zur Verfügung stehen.

Bei EnBW, die mit ihrer Tochter Mobile Schlammentwässerung (MSE) selbst am Entsorgungsmarkt für Klärschlamm tätig ist, habe man sich frühzeitig mit dieser Problematik auseinandergesetzt. "Schließlich wollen wir unseren Kunden auch weiterhin eine gewohnt zuverlässige Verwertung ihrer Klärschlämme bieten", sagte MSE-Geschäftsführer Leo Homann. Die MSE soll in Zukunft die geplante Anlage beliefern.

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