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EEW Bestbieter für MHKW Pirmasens

MHKW Pirmasens
Das MHKW Pirmasens gehört vielleicht bald EEW.
13.08.2020 − 

Der Anlagenbetreiber EEW hat das beste Angebot für die Übernahme des Müllheizkraftwerks (MHKW) in Pirmasens abgegeben. Wie der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (ZAS) gestern in einer Pressekonferenz bekanntgegeben hat, hat EEW 49 Mio € für die Übernahme der Anlage geboten. EEW betreibt die Anlage seit über 20 Jahren im Auftrag des ZAS.

Insgesamt seien drei Angebote eingegangen, bestätigte ZAS-Geschäftsführer Thomas Linnert gegenüber EUWID entsprechende Presseberichte. Ein Angebot sei von der Wertung ausgenommen worden, da es nicht bedingungslos gewesen sei. Über das zweite Gebot und den Bieter ist öffentlich nichts bekannt.

Markus Zwick - Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und Verbandsvorsteher des ZAS - zeigte sich laut einem Bericht der "Rheinpfalz" während der Pressekonferenz vom EEW-Angebot begeistert. Der Wert der Anlage mit Grundstück sei zuvor auf lediglich rund 20 Mio € geschätzt worden, heißt es in dem Artikel.

Die Mehrheit der ZAS-Mitglieder will die Anlage verkaufen

Die Verbandsmitglieder sind mehrheitlich dafür, die Anlage zu verkaufen. Die Städte Landau und Zweibrücken sowie die Landkreise Südwestpfalz, Südliche Weinstraße und Germersheim hätten sich für einen Verkauf ausgesprochen, hieß es. Pirmasens plädiert derzeit noch für ein Beteiligungsmodell, bei dem die Anlage weiterhin dem ZAS gehört. Zwick deutete laut "Rheinpfalz" in der Pressekonferenz jedoch an, dass Pirmasens im Falle eines noch höheren Preises ebenfalls für den Verkauf votieren würde.

Angesichts des Stimmungsbildes unter den ZAS-Mitgliedern ist man in der EEW-Zentrale in Helmstedt offenbar recht optimistisch hinsichtlich des Verfahrens. "Wir sind außerordentlich erfreut, dass wir uns im Verfahren für einen möglichen Verkauf des MHKW Pirmasens als Bestbieter durchgesetzt haben", sagte EEW-Chef Bernard Kemper. "Nach mehr als 20 Jahren Betriebsführung ist der Standort Pirmasens für uns schon heute fester Bestandteil der EEW-Gruppe. Und wir sind zuversichtlich, dass das MHKW Pirmasens am Ende des Verkaufsprozesses auch formal zu uns gehören wird", so Kemper weiter.

Entscheidung noch in diesem Jahr

Ende des Jahres soll es eine Entscheidung geben. Am 2. Dezember soll der Verbandsversammlung ein Beschlussvorschlag vorgelegt werden. Bis dahin soll den ZAS-Mitgliedern sowohl das Ergebnis des Bieterverfahrens als auch die vom Beratungsunternehmen Teamwerk erstellte Kosten-Nutzen-Analyse vorgestellt werden, die nicht ausschließlich wirtschaftliche Aspekte beleuchtet haben soll. Außerdem soll es noch ein Gespräch im rheinland-pfälzischen Umweltministerium in Mainz geben. Im Falle eines Verkaufs müsste zudem das Bundeskartellamt dem Vorhaben zustimmen.

Bis Ende 2023 läuft noch der Betriebsführungsvertrag mit EEW. Sollten sich die ZAS-Mitglieder dafür entscheiden, die Anlage zu behalten, müsste der Betriebsführungsvertrag neu ausgeschrieben werden.

Das MHKW ist 1999 in den Regelbetrieb gegangen und kann in zwei Linien pro Jahr rund 180.000 Tonnen Abfall verbrennen. Die Mitglieder des ZAS selbst liefern etwa 60.000 Tonnen Restabfälle aus privaten Haushalten, der Rest der Verbrennungskapazität wird unter anderem für die thermische Behandlung von Gewerbeabfällen verwendet. Mit dem Abfall erzeugt das MHKW 16 Megawatt Strom sowie 17 Megawatt Fernwärme, die in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Pirmasens eingespeist werden.

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