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DSD, Interseroh und BellandVision kündigen Clearing-Verträge


Bildquelle: DSD
02.08.2017 − 

Die Streitigkeiten der dualen Systeme um Lizenzmengen-Meldungen eskalieren offenbar. Gestern Abend haben die Systembetreiber DSD, Interseroh und BellandVision die beiden Clearing-Verträge über die Ermittlung der Vertragsmengenanteile und der kommunalen Nebenentgelte mit Wirkung zum 31. Dezember aufgekündigt.

Der Schritt hatte sich angedeutet, nachdem es auch für das Jahr 2016 zu erheblichen Differenzen bei der Meldung der Lizenzmengen gekommen war und Änderungen an den Clearing-Verträgen nicht durchgesetzt werden konnten. Die drei Systeme, die derzeit zusammen einen Marktanteil von rund 65 Prozent haben, schlossen bereits gemeinsam „neue sichere und effizientere Clearing-Verträge“.

Dazu erklären Thomas Mehl, Geschäftsführer der BellandVision GmbH, Michael Wiener, CEO der Duales System Holding (DSD) und Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der Interseroh Dienstleistungs GmbH gemeinsam: „Wie die jüngst bekannt gewordenen Zahlen zeigen, haben die dreisten Tricksereien einzelner dualer Systeme im Jahr 2016 erneut stattgefunden. Sowohl die Appelle aus Wirtschaft und Politik als auch die Regelungen der Länder werden hier in unverantwortlicher Weise ignoriert. Offensichtlich wird von Einzelnen der Versuch unternommen, die Übergangsphase bis zum Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes im Jahr 2019 nochmals kräftig auszunutzen. Auf dieser Basis ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Clearingstelle der dualen Systeme nicht mehr möglich.“

Die neuen Clearing-Verträge ermöglichten ab 2018 fairen Wettbewerb und regelten die notwendigen Übergänge, bis das Verpackungsgesetz in Kraft tritt und die Zentrale Stelle ihre Arbeit aufnimmt. Diese Verträge sollen sicherstellen, dass Verpackungen vollständig gemeldet und abgerechnet werden, teilten die drei Systembetreiber mit.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass einige Wenige das etablierte und auch international vorbildliche duale System beschädigen und auf Kosten der vielen seriösen Unternehmen, aber auch zu Lasten der Umwelt und der Verbraucher profitieren“, ist sich Wiener mit den Geschäftsführern der beiden anderen dualen Systeme einig.

Laut DSD kann jedes duale System seine Altverträge ebenfalls noch bis zum 31.08.2017 kündigen und den neuen Clearingverträgen beitreten. „Mit dieser Maßnahme werden Mengensicherheit, fairer Wettbewerb und der saubere Übergang in die Regelungen des Verpackungsgesetzes sichergestellt“, so die drei Systembetreiber.

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