|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Deutsches Haushaltsabfallaufkommen im ersten Corona-Jahr 2020 stark gestiegen


Folgen der Corona-Pandemie: Deutsches
Haushaltsabfallaufkommen um vier Prozent gestiegen.
20.12.2021 − 

Der Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 hat deutliche Spuren in der deutschen Abfallstatistik hinterlassen. Das Abfallaufkommen der privaten Haushalte stieg letztes Jahr um insgesamt vier Prozent auf 39,6 Mio Tonnen, wie das Statistische Bundesamt Anfang der Woche bekannt gab. Im Durchschnitt erzeugte jeder Einwohner 476 Kilogramm Abfall – was einen Anstieg der Pro-Kopf-Menge um 19 Kilogramm bedeutet. Sei es beim Haus- und Sperrmüll, bei den getrennt erfassten organischen Abfällen oder den Wertstofffraktionen – bei allen Abfallarten registrierte Destatis sowohl absolut als auch einwohnerspezifisch Mengenzuwächse.

Die Bundesbehörde bestätigt damit einen Trend, den auch schon die bisher für das Berichtsjahr 2020 veröffentlichten Landesabfallbilanzen sowie eine EUWID-Umfrage unter den größten deutschen Städten aufzeigen: In Folge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben sich die deutschen Bürger im letzten Jahr mehr zuhause aufgehalten und hier mehr Abfall erzeugt.

So registrierte Destatis einen Anstieg des einwohnerspezifischen Restmüllaufkommens um vier Kilogramm auf 160 Kilogramm. Es ist der höchste Wert seit dem Jahr 2015. Auch nutzten die Bürger die Zeit zuhause verstärkt für Entrümpelungen, so dass das Pro-Kopf-Aufkommen an Sperrmüll ebenfalls um drei Kilogramm auf 34 Kilogramm zulegte.

Pro-Kopf-Menge an Biotonnenabfall steigt um sieben Prozent

Die Menge getrennt erfasster organischer Abfälle summierte sich 2020 den Angaben zufolge auf 10,64 Mio Tonnen bzw. 128 Kilogramm je Einwohner. Prozentual gesehen war hier der Zuwachs mit knapp fünf Prozent am höchsten. Der Anstieg der speziell über die Biotonne eingesammelten Organikabfälle um sieben Prozent dürfte neben dem Corona-Effekt auch mit einem nochmals gestiegenen Anschlussgrad an die Biotonne zusammenhängen.

Und auch bei den sonstigen getrennt erfassten Wertstoffen weist Destatis für 2020 einen Anstieg der Abfallmengen um insgesamt vier Prozent auf 12,63 Mio Tonnen aus. Die Pro-Kopf-Menge legte von 146 auf 152 Kilogramm zu. Der Großteil des Wachstums entfällt auf Altglas sowie Leichtverpackungsabfälle und Verbunde mit einer Mehrmenge von jeweils zwei Kilogramm je Einwohner. Außerdem stieg das Pro-Kopf-Aufkommen an Holz und Metallen um jeweils ein Kilogramm. Nur beim Altpapier (PPK) stagnierte die durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) bei den Haushalten erfasste Abfallmenge.

Deutschlandweiter Trend: Alle Bundesländer mit höherem Abfallaufkommen

Wie der von Destatis veröffentlichte Datensatz außerdem zeigt, handelte es sich bei dem Anstieg des Haushaltsabfallaufkommens im ersten Corona-Jahr um ein deutschlandweites Ereignis. Die für alle Bundesländer aufgeschlüsselte Statistik zeigt überall mehrprozentige Zuwächse der von den örE erfassten Haushaltsabfälle. Gleichwohl gibt es je nach Land und Abfallart durchaus teils sehr unterschiedliche Entwicklungen. Vor allem Sachsen sticht hervor.

Den vollständigen Artikel nebst einer großen Übersichtstabelle lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 51/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Kritische Infrastruktur auf Omikron-Welle vorbereiten

Petcycle-Einwegflaschen fast vollständig recycelt  − vor