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Deutliche Mehrheit für Handypfand


Ein Pfand auf Handys würde in Deutschland offenbar auf
große Zustimmung bei Verbrauchern stoßen.
28.06.2021 − 

Eine deutliche Mehrheit der Verbraucher befürwortet ein Pfand auf Handys und Smartphones. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Demzufolge sprechen sich insgesamt 87 Prozent der Befragten für die Einführung eines Pfandsystems aus – 56 Prozent finden ein solches Pfand „sehr gut“, 31 Prozent immerhin „gut“. Lediglich drei Prozent bewerten ein Pfandsystem als „schlecht“, der Rest als „nicht so gut“.

„Elektroschrott wird deutschland- und weltweit zu einem massiven Problem“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage seien daher auch als „Weckruf an die Gesetzgeber“ zu verstehen. „Um den Raubbau der Ressourcen zu stoppen, brauchen wir Anreize für die Wieder- und Weiterverwendung von Rohstoffen“, so Bonde.

Reparaturen zu teuer

Ein weiteres Dilemma offenbart die Umfrage aus Sicht der DBU auch hinsichtlich der Reparatur von Geräten. Befragt nach der Reparierbarkeit von Produkten wie Haushaltsgeräten, Handys und Fernsehern, sagten über 90 Prozent, Reparaturen lohnten sich finanziell oft nicht, weil sie zu teuer seien. „Diese Ex- und Hopp-Mentalität ist ein Teufelskreis; sie wird über kurz oder lang unseren Planeten ruinieren“, warnt Bonde.

Ebenfalls über 90 Prozent der Befragten gaben an, dass Produkte nicht mehr so lange halten wie früher. Und mehr als 80 Prozent sind überzeugt, dass viele Hersteller Geräte so planen, dass sie nicht über die Garantiezeit hinaus halten. Zwei Drittel kritisieren zudem, dass die Hersteller nach Ablauf der Garantie keinen Reparaturservice anbieten. Auch insgesamt sei es zu aufwendig, einen geeigneten Anbieter für Reparaturen auszumachen, finden immerhin drei Viertel der Befragten. Der Aussage, wonach Geräte meist so aufgebaut sind, dass Verschleißteile oder zu Defekten neigende Teile leicht und ohne Werkzeuge ausgetauscht werden können, wollte hingegen insgesamt nur ein Viertel „voll und ganz“ oder zumindest „eher“ zustimmen.

Verbot von Einwegprodukten aus Kunststoffen mehrheitlich begrüßt

Das Verbot bestimmter Einwegprodukte aus Kunststoffen halten mehr als 80 Prozent der Befragten für sinnvoll. Lediglich jeder Sechste plädiert dafür, statt Verboten an die Freiwilligkeit zu appellieren. In der Umfrage wurde auch die Einstellung der Bürger zu Rohstoffsteuern und einer Förderung von Recyclingprodukten erhoben. Eine Kombination aus beiden Instrumenten befürworten über 40 Prozent. Fast die Hälfte spricht sich nur für die Förderung von Recyclingprodukten aus, eine Steuer auf Rohstoffe als Einzelmaßnahme befürworten nur drei Prozent.

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