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Dänemark plant aus Klimaschutzgründen vorzeitige Schließung von zehn Müllverbrennungsanlagen


Bis spätestens 2030 sollen zehn der aktuell
23 dänischen MVA außer Betrieb gehen.
19.01.2021 − 

Im vergangenen Sommer haben die dänischen Gesetzgeber einen „Klimaplan für eine grüne Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft“ verabschiedet, der die „kontrollierte Stilllegung” einer Reihe von Müllverbrennungsanlagen vorsieht. Die Pläne, die Verbrennungskapazität zu reduzieren und an das Abfallaufkommen im Inland anzupassen, haben sich in den letzten Wochen konkretisiert. Kurz vor Weihnachten hat die Interessenvertretung der 98 Kommunen des Landes eine Liste von zehn MVA vorgelegt, die spätestens 2030 außer Betrieb gehen sollen.

Derzeit laufen in Dänemark 23 MVA mit einer genehmigten Behandlungskapazität von insgesamt fast vier Mio Tonnen pro Jahr. Ein Kernziel des Klimaschutzplans ist es, diese Kapazität bis zum Ende des Jahrzehnts auf rund 2,7 Mio Tonnen zu reduzieren. Von den Plänen nicht betroffen ist die Mitverbrennung von Abfällen, zum Beispiel in Zementwerken, und die Verbrennung gefährlicher Abfälle.

Mit der Auswahl der zu schließenden Anlagen wurde der Verband KL (Kommunernes Landsforening Denmark) betraut, der die Interessen der dänischen Kommunen vertritt. Er sollte die am wenigsten effizienten und umweltfreundlichen Anlagen auswählen, aber auch praktische Aspekte wie die Fernwärmeversorgung und Transportentfernungen berücksichtigen. Der Verband stützte sich bei der Ausarbeitung der Empfehlungen stark auf eine Studie des Beratungsunternehmens Ea Energianalyse.

Manche Verbrennungslinien auf der "Todesliste" erst seit wenigen Jahren in Betrieb

Das von einigen Anlagenbetreibern auch als „Todesliste“ bezeichnete Verzeichnis, das im Dezember vorgelegt wurde, enthält mehrere Anlagen mit Linien, die erst seit einigen Jahren in Betrieb sind. So finden sich auf der Liste unter anderem die 2017 erneuerte MVA von Norfors in Hørsholm und die 2013 erweiterte MVA von ARGO in Roskilde.

Die von KL vorgelegte Liste wird jetzt von der unabhängigen Regulierungsbehörde für den Energiesektor (DUR) geprüft und dann an die Energiebehörde übergeben.  KL kündigte politische Gespräche zwischen der Regierung und den Kommunen an, die den Plan bis zum Sommer weiter ausarbeiten würden. Einige Anlagenbetreiber hoffen, dass es in diesen Diskussionen noch zu Änderungen der Liste kommt.

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