|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Müllverbrennung könnte sich durch BEHG um 50 Prozent verteuern

CO2 im Abgas
Die CO2-Bepreisung könnte die Müllverbrennung
deutlich teurer machen.
03.03.2021 − 

Durch die Bepreisung von CO2-Emissionen könnte die Müllverbrennung in Deutschland deutlich teurer werden. Das rechnete Martin Treder von der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD)  bei den Kreislaufwirtschaftstagen in der vergangenen Woche in Münster vor.

Demnach werden im Jahr 2026 bei einer Verbrennungsanlage mit einer durchschnittlichen Kapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr in Folge des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) Mehrkosten in Höhe von 13,77 Mio € auf den Anlagenbetreiber zukommen. Das entspricht einer Kostensteigerung um fast 46 Prozent. Sollten die Mehrkosten vollständig im Verbrennungsentgelt eingepreist werden, wären demnach Preissteigerungen um rund 50 Prozent möglich, so Treder.

In diesem und im kommenden Jahr sind die Effekte des BEHG auf den Verbrennungsmarkt noch marginal, weil nur zusätzliche Kosten beispielsweise für Heizöl entstehen, nicht aber für den eigentlichen thermischen Behandlungsprozess. Zwischen 92.000 und 110.000 € werden so zusätzlich fällig – das entspricht einer Kostensteigerung von 0,3 bis 0,4 Prozent. Deftig wird es erst, wenn die Müllverbrennung selbst in den Geltungsbereich des BEHG aufgenommen werden sollte.

Bereits im Jahr 2023 droht eine Kostensteigerung um rund 25 Prozent

In der Berechnung geht die ITAD von einer BEHG-Pflicht ab 2023 aus. Aus dem Stand würden die Kosten nahezu um 7,41 Mio € oder rund 25 Prozent steigen, bei einem CO2-Preis von rund 35 € pro Tonne. In den Folgejahren sollen die CO2-Preise für die nicht in den europäischen Emissionshandel einbezogenen Sektoren entsprechend steigen (siehe Tabelle). Ab 2026 soll das Festpreis-System ein wenig flexibilisiert werden. Innerhalb eines – verhältnismäßig kleinen – Preisrahmens von 55 bis 65 € pro Tonne sollen die Marktkräfte mitbestimmen, in welche Richtung sich die Preise entwickeln.

Für das Jahr 2026 ist die ITAD in ihrer Berechnung von einem CO2-Preis von 65 € pro Tonne ausgegangen. Diese Annahme ist unter der Marktentwicklung der vergangenen Jahre nur realistisch. Ein Blick auf die Preisentwicklung im europäischen Emissionshandel zeigt, dass der Markt derzeit auf die 40-€-Marke für eine Tonne CO2 zusteuert. Coronakrise hin oder her: Der Marktpreis für CO2-Emissionen kennt seit Jahren nur eine Richtung – nach oben.

Einen ausführlichen Artikel über die Auswirkungen der CO2-Bepreisung auf die Müllverbrennung inklusive einer detaillierten Tabelle lesen Sie in Ausgabe 09/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Alttextilien: bvse kritisiert Vergabe an nicht zertifizierte Unternehmen

Alba kauft Anteile von chinesischem Fonds zurück  − vor