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bvse wehrt sich gegen Pläne der Stahlindustrie für ein Verbot von Schrottexporten


Aus Sicht des bvse würde ein Schrottexportverbot
die Kreislaufwirtschaft nachhaltig schädigen.
25.03.2021 − 

Die Stahlindustrie steht in der Klimadiskussion unter Druck und ist bestrebt, ihren CO2-Ausstoß durch die Transformation zu einer grünen Stahlproduktion deutlich zu senken. Um im globalen Wettbewerb aufgrund von Carbon Leakage nicht ins Hintertreffen zu geraten, fordert die Branche über den europäischen Stahlverband Eurofer politische Unterstützung. Die Schrottwirtschaft befürchtet nun, dass manche der von Eurofer in Brüssel eingeforderten Maßnahmen zu ihren Lasten gehen könnte.

Besonders auf Kritik stößt die schon seit Monaten aus dem Markt zu hörende Forderung nach einem EU-Exportverbot für Stahlschrott. Dies sei ein massiver und nicht legitimer Markteingriff, warnt der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) in einer aktuellen Pressemitteilung.

Exportverbot wäre eine "Subventionierung der Stahlindustrie auf Kosten der Schrottwirtschaft"

Während bvse-Referentin Birgit Guschall-Jaik die Eurofer-Forderung, den Stahlwerken auch künftig kostenlose Emissionszertifikate aus dem ETS-Handelssystem zuzuteilen, nachvollziehen kann, stoßen bei ihr die ebenfalls geforderten massiven Einschränkungen der Schrottexporte auf entschiedenen Widerstand. Denn mit dem aus einem faktischen Exportverbot zu erwartenden Schrottüberfluss in der EU entfalle schnell die Lenkungsfunktion des Preises und es beginne eine Subventionierung der Stahlindustrie auf Kosten der Schrottwirtschaft.

Die Sorge des Stahlverbands, Schrottexporte seien mit einem enormen CO2-Verbrauch verbunden, hält der bvse nur für vorgeschoben, zumal sich der Carbon Footprint der Stahlexporte mit dem der Schrottexporte in etwa decke. Auch die Argumentation, der zukünftige Umbau der Stahlprozesse in Europa werde für einen erhöhten Schrottbedarf sorgen, hält der Verband für zu wenig konkret.

Vielmehr lasse die Forderung der Stahlindustrie nach einem Exportverbot für Schrotte nur den Schluss zu, „dass man die Strukturen der Schrottwirtschaft unter dem Deckmantel des Umweltschutzes zerstören möchte“, so der Vorwurf von Guschall-Jaik. Exportbeschränkungen werden ihrer Ansicht nach die Sammelstrukturen innerhalb der EU zerstören und die Kreislaufwirtschaft nachhaltig schädigen. Darüber hinaus hätten sie gravierende Verwerfungen im internationalen Rohstoffmarkt zur Folge.

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