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bvse und DA gründen neues Gütesicherungssystem für Ersatzbaustoffe


Jürgen Weber (Bildquelle: bvse)
08.02.2018 − 

Die bereits im Herbst bekannt gewordenen Pläne für eine neue Gütegemeinschaft für Recyclingbaustoffe haben sich konkretisiert. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und der Deutsche Abbruchverband (DA) wollen in diesem Jahr gemeinsam die Bundesgeschäftsstelle für die Qualitätssicherung von Ersatzbaustoffen (derzeitiger Arbeitstitel: „bqse“) gründen. Weitere Gesellschafter können sich beteiligen. Ziel sei es, durch ein bundesweit einheitliches System der Prüfung, Überwachung und Zertifizierung die Akzeptanz von Ersatzbaustoffen zu steigern, erklärte Jürgen Weber, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Mineralik, auf dem gestrigen Branchentreffen in Berchtesgaden. Der Beginn der operativen Tätigkeit ist für Ende 2018/Anfang 2019 anvisiert.

Zwar gebe es in Deutschland mit der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe (BGRB) und dem Bundesüberwachungsverband Recycling-Baustoffe (BÜV RB) bereits zwei national aktive Gütesicherungssysteme für RC-Baustoffe. Allerdings finde das von diesen vergebene Gütezeichen bisher hauptsächlich nur in Nordrhein-Westfalen Verwendung, so Weber. Mit dem bvse gehe nun ein starker Verband mit über 200 im Fachverband Mineralik organisierten Firmen an den Start, der von Anfang an in über zehn Bundesländern tätig sein könne. Weber lädt weitere Verbände ein, sich ebenso wie der DA als Gesellschafter an der bqse zu beteiligen. Die Antwort eines kontaktierten potenziellen dritten Partners wird bis Ende März erwartet.

Mit dem neuen Qualitätssicherungssystem kommen die Verbände laut Weber der in der Mantelverordnung vorgesehenen verpflichtenden Güteüberwachung für das Inverkehrbringen von Recyclingbaustoffen nach. Zugleich betonte Weber, dass die bqse unabhängig vom Zustandekommen der MantelVO realisiert werden soll. Weiterhin soll durch die bqse die neue Europäische Normung und Technischen Regelwerke von Gesteinskörnungen und Baustoffgemischen und die damit einhergehende Verpflichtung zur Kennzeichnung solcher Produkte umgesetzt werden.

Geplant ist die Gründung der bqse als GmbH, bestenfalls als gemeinnützige gGmbH, da nicht Gewinnmaximierung und Ausschüttungen an die Gesellschafter der primäre Zweck der Gesellschaft sein sollen. Die Verleihung des Gütezeichens und die Zertifizierung sollen zudem ausschließlich durch eine hauptamtlich bestellte Geschäftsführung erfolgen, „Ehrenämter“ werde es nicht geben.

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