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bvse fordert Aufhebung des Sonntagfahrverbots für Lkw


Lkw sollen für die Dauer der Corona-Epidemie auch
sonntags fahren dürfen, fordert der bvse.
19.03.2020 − 

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung bittet die Verkehrsminister der Länder um die Aufhebung des sonntäglichen Lkw-Fahrverbots. Damit soll die Handlungsfähigkeit der Entsorgungsbranche mit ihrem „systemkritischen Infrastrukturauftrag“ auch während der Corona-Epidemie gesichert werden, schreibt der bvse an die Minister. 

In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Fahrverbot für Lkw an Sonntagen gestern bereits aufgehoben. Die Regelung gilt zunächst befristet bis Ende Juni und unabhängig von den transportierten Gütern. „Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das Aussetzen des Sonntagsfahrverbots ist kein Dauerzustand, sondern bewusst zeitlich befristet und soll uns in der aktuellen Situation helfen, möglichst flexibel und pragmatisch auf alle möglicherweise noch kommenden Herausforderungen reagieren zu können, erklärte Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) gestern.

Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz hatten die Einschränkungen für Lkw-Fahrten am Sonntag bereits in den vergangenen Wochen gelockert.

Außerdem schlägt der Entsorgerverband eine Ausweitung der Lenkzeitbegrenzungen sowie eine Reduzierung der Ruhezeiten vor. Die Verkehrsminister der EU-Staaten verständigten sich bereits gestern auf eine größere Flexibilität bei den Vorgaben zu Lenk- und Ruhezeiten.

Die Entsorgungswirtschaft sei genauso wie viele andere Branchen in großer Sorge um die Sicherstellung der Entsorgungs-, aber auch der Versorgungssicherheit, heißt es in dem Schreiben. Die bvse-Mitglieder würden nicht nur die Abfälle privater Haushalte entsorgen, sondern auch die Papier-, Stahl- oder die Glasindustrie mit Sekundärrohstoffen beliefern. Darüber hinaus werden die Zementindustrie sowie verschiedene Kraftwerke mit Ersatzbrennstoffen versorgt, schreibt der Verband weiter.

Fahrermangel hat sich verschärft

Die Branche kämpfe zwar nicht erst seit Ausbruch der Corona-Epidemie mit einem Mangel an Fahrern. Durch den Ausbruch der Epidemie habe sich der Fahrermangel aber noch einmal deutlich verschärft. So seien viele Fahrer aus dem Ausland in ihre Heimatländer zurückgekehrt und fehlen den Betrieben daher jetzt, berichtet der bvse. Darüber hinaus müssten die Unternehmen jederzeit damit rechnen, dass Fahrer wegen Quarantäne-Regelungen ausfallen.

Auch den Schutz der Fahrer thematisiert der Verband in dem Schreiben an die Landesverkehrsminister. So erhofft sich der bvse Unterstützung bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen für das Fahrpersonal.

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