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Brand in Wörth an der Isar: Landrat entzieht Koslow Betriebserlaubnis für Standort


Symbolbild
05.06.2019 − 

Das Landratsamt Landshut hat dem Recyclingunternehmen Koslow nach einem Großbrand auf dessen Firmengelände im bayerischen Wörth an der Isar mit sofortiger Wirkung die Betriebserlaubnis für diesen Standort entzogen. Dies wurde auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz vom Landrat Dreier verkündet. Die Brandursache ist zunächst noch ungeklärt. Nach bisherigen Informationen hat sich bei dem Feuer niemand verletzt.

Man sei diesmal nur „knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt“, sagte der Landshuter Landrat Peter Dreier (Freie Wähler). Es handelte sich bereits um den dritten Brand auf dem Firmengelände seit Februar. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität“, so Dreier. „Deshalb können wir es nicht zulassen, dass sich bei dieser enormen Gefahrenquelle bei der Recyclingfirma weiter der Betrieb unbehelligt weiterläuft, obwohl es jederzeit zur Katastrophe kommen könnte“. Es müsse jetzt erst einmal die Ursache für den Großbrand geklärt werden.

Auf dem Gelände des Unternehmens Koslow war in der vergangenen Woche Feuer ausgebrochen. Der Feuerwehr-Einsatzleiter Karl Hahn sagte, in dem Elektroschrotthaufen hätten sich auch Gasflaschen beziehungsweise Altfahrzeuge mit noch befüllten Tanks befunden. Zwischenzeitlich sei es daher immer wieder zu Explosionen gekommen. Außerdem habe es bei dem Brand erhebliche Rauchentwicklungen gegeben. Es befanden sich laut Angaben der Polizei mehr als 300 Einsatzkräfte im Einsatz. Die große Rauchwolke sorgte teilweise für starke Einschränkungen der Sicht für die nahegelegene A92.

In einem Gespräch gegenüber dem EUWID widersprach Koslow Recycling der Darstellung. Dem Betrieb am Standort Wörth an der Isar sei lediglich der Eingang von Abfällen untersagt worden. Die Verarbeitung sowie die Absteuerung würden normal weiterlaufen, heißt es hingegen. Außerdem widerspricht das Unternehmen der Aussage des Feuerwehr-Einsatzleiters, da es in dem Haufen keine Altfahrzeuge mit noch befüllten Tanks gegeben habe.

Darüber hinaus kritisierte der Recycler gegenüber EUWID die Kommunen. Der Brand sei durch eine Selbstentzündung eingetreten, da ein Gefahrstoff achtlos bei der Sammlung in einen Alteisencontainer geworfen wurde und die Kommunen ihrer Verpflichtung der ordentlichen Sortierung nach dem ElektroG und den Ausführungen der LAGA nicht nachgekommen sind. Diese gesetzlichen Verpflichtungen müssten mit dem nötigen Nachdruck umgesetzt werden, sonst hätten die Entsorger weiterhin mit den Folgen zu kämpfen, heißt es weiter. Ebenfalls stammen die erwähnten Gasflaschen aus der kommunalen Sammlung und dürften dort nicht mit drin sein.

Koslow verfügt nach eigenen Angaben über fünf Standorte für die Abfallsortierung, -bearbeitung und Logistik und betreibt dort eigene Recyclinganlagen für Eisenschrotte und Metalle, Elektronik-Altgeräte, Altfahrzeuge sowie sonstige Abfälle. Des Weiteren  führt der Entsorger ein Containerterminal in Landshut im Auftrag der Deutschen Bahn. Insgesamt verarbeitet Koslow mit seinen aktuell rund 150 Mitarbeitern rund 180.000 Tonnen der verschiedensten Abfälle im Jahr, heißt es vom Entsorger.

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