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Bitkom: Keine Mehrheit für Handypfand


In deutschen Haushalten werden mehr als 200 Millionen
alte Handys gehortet.
31.03.2021 − 

Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Einführung eines Pfands auf Handys und Smartphones ab. Darauf deutet zumindest eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes Bitkom hin. Demzufolge sprachen sich 53 Prozent gegen ein Handypfand aus. Hingegen würden 43 Prozent ein solches System befürworten, teilte der Verband heute mit.

Die Einführung eines Pfands auf Handys oder andere kleinere Elektro- und Elektronikgeräte wurde schon des Öfteren erhoben. Die Grünen etwa hatten ein Pfand von 25 € für Handys und Smartphones vorgeschlagen. Für 45 Prozent der von Bitkom Befragten würde ein Betrag in dieser Höhe ausreichen, damit sie ein Altgerät mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgeben. Etwa 16 Prozent halten eine Summe von 26 bis 49 € für nötig und 18 Prozent sogar von 50 € oder mehr. Fast jeder fünfte Smartphone-Nutzer würde sein Gerät jedoch unter keinen Umständen zurückgeben, ganz unabhängig, wie hoch die Summe ist, berichtet der Verband.

„Es gibt schon längst ein flächendeckendes Rücknahmesystem für alte Handys, es wird nur leider zu selten genutzt. Ein Pfand würde die bereits bestehenden Rücknahmesysteme beeinträchtigen und einen erheblichen bürokratischen Aufwandhervorrufen“, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Defekte Geräte sollten repariert und funktionierende Handys verkauft, verschenkt oder gespendet werden, empfiehlt er.

Insgesamt bewahren die Deutschen der Bitkom-Umfrage zufolge aktuell rund 206 Mio alte Handys und Smartphones in Schubladen und Schränken auf. Das seien mehr als doppelt so viele Geräte wie noch 2015. Aktuell besitzen 83 Prozent der Bundesbürger mindestens ein ungenutztes Handy oder Smartphone. Bei 24 Prozent sind es zwei und bei 57 Prozent sogar drei oder mehr ausrangierte Mobiltelefone, berichtet der Verband weiter.

Hoher Aufwand und mangelnde Information zur Entsorgung mitverantwortlich für große Zahl gehorteter Altgeräte

Nach den Gründen für die Aufbewahrung von Altgeräten befragt, rangiert die Sorge um die eigenen Daten mit 45 Prozent an der Spitze. Weitere 42 Prozent halten ein Ersatzgerät vor, 35 Prozent scheint der Aufwand einer Entsorgung oder eines Verkaufs schlichtweg zu hoch. Für etwas mehr als ein Viertel ist die Sicherung von Fotos und anderen Daten an einem anderen Ort zu kompliziert.

Immerhin 15 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie man alte Handys oder Smartphones richtig entsorgt, so Bitkom. „Damit Althandys genutzt oder verwertet werden können, ist eine bessere Aufklärung der Verbraucher wichtig: nicht nur über die Entsorgungsmöglichkeiten, sondern vor allem darüber, wie wichtige und sensible Daten gesichert und auf dem Gerät zuverlässig gelöscht werden können“, so Verbandsgeschäftsführer Rohleder.

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