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BIR warnt vor „verheerender Wirkung“ durch chinesisches Importverbot


Arnaud Brunet (Quelle: BIR)
20.07.2017 − 

Der Weltrecyclingverband BIR fürchtet Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe im internationalen Handel und den Verlust tausender Arbeitsplätze als Folge des geplanten Importverbots der Volksrepublik China für bestimmte Abfallarten. Die chinesische Regierung hat den geplanten Einfuhrstopp für bestimmte Altkunststoffe, unsortiertes Altpapier, bestimmte Metallschlacken und -rückstände und Textilabfälle am 18. Juli an die WTO gemeldet.

„Während das BIR und seine Mitglieder hohe Qualitätsstandards für Altstoffexporte unterstützen und fördern, würde dieses Verbot, wenn es umgesetzt wird, gravierende Auswirkungen auf die weltweite Recyclingindustrie haben“, warnte BIR-Generaldirektor Arnaud Brunet in Brüssel. Er wies darauf hin, dass die weltweite Recyclingwirtschaft die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum Chinas unterstützt habe und den Sekundärrohstoffbedarf des chinesischen produzierenden Gewerbes gedeckt habe.

Die internationalen Sekundärrohstofflieferungen nach China haben Angaben des BIR einen Wert in US-Dollar im zweistelligen Milliardenbereich. Im letzten Jahr habe China 7,3 Mio Tonnen Altkunststoffe im Wert von Milliarden Dollar bezogen, vorwiegend aus Europa, den USA und Japan. Diese Länder seien auch die Hauptquellen für das Altpapier, das nach China geliefert werde.

Im vergangenen Jahr lagen Chinas Gesamteinfuhren an Altpapier dem Verband zufolge bei 27 Mio Tonnen, die zu 20 bis 30 Prozent aus Mischpapier bestanden. „Ein Verbot könnte dazu führen, dass eine große Menge dieses Mischpapiers außerhalb des Kreislaufwirtschaftsstroms enden“, warnt das BIR.

BIR will Dialog mit chinesischer Regierung suchen

Der Verband will nun in Dialog mit der chinesischen Regierung und Interessenträgern treten, um die „verheerende Wirkung“ eines solchen Verbots für die weltweite Recyclingindustrie und darüber hinaus für die chinesische Wirtschaft und die Weltwirtschaft und auch für die Umwelt zu verdeutlichen.

Das Bureau of International Recycling (BIR) hat seinen Sitz in Brüssel und vertritt rund 800 Mitglieder. Sie sind nationale Branchenverbände und Einzelunternehmen aus rund 70 Ländern auf allen fünf Kontinenten.

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