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BDE will Kunststoffrecycling stärken


Peter Kurth (Bild: BDE)
22.05.2019 − 

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) will das Recycling von Plastikabfällen verbessern. Dazu hat der Verband heute konkrete Forderungen in einer Kunststoffstrategie vorgestellt. Aus Sicht des Verbands muss das Kunststoffrecycling entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessert werden. „Was immer beim Produktkonzept, dem Design und der Stoff- und Materialauswahl schiefgeht, müssen die Entsorger ausbaden, und wenn es ihnen nicht gelingt, dann die Umwelt“, so BDE-Präsident Peter Kurth heute in Berlin.

Der Entsorgerverband sieht zu einer Stärkung der Kunststoffverwertung zwar alle Beteiligten gefordert. Besonderes Augenmerk muss aus Sicht des BDE aber auf das Produktdesign, das öffentliche Beschaffungswesen sowie Mindestvorgaben für den Rezyklateinsatz in der Produktion gelegt werden.

„Das Design ist entscheidend, ob das Recycling am Ende funktioniert oder nicht“, betonte Kurth. Gesellschaft und Wirtschaft müssten das Recycling daher von Beginn an mitdenken und vor allem die Hersteller sollten stärker in die Pflicht genommen werden.

Beim Wiedereinsatz der zurückgewonnenen Kunststoffrezyklate sieht der Verband in erster Linie die öffentliche Hand gefordert. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz sehe bereits jetzt vor, dass der Einsatz von Sekundärrohstoffen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bevorzugt werden soll. Diese Vorgabe werde bisher aber kaum berücksichtigt, beklagt der BDE. Angesichts eines jährlichen Beschaffungsvolumens der öffentlichen Hand von 350 Mrd € allein in Deutschland könnte das Recycling durch eine stärkere Berücksichtigung von Sekundärrohstoffen in öffentlichen Aufträgen deutlich vorangebracht werden, ist der Verband überzeugt.

Die auf EU-Ebene beschlossenen Mindesteinsatzquoten von Rezyklaten von 25 Prozent bei PET-Flaschen begrüßt der BDE ebenfalls. Dies sei ein guter Ansatz, der auch auf andere Fraktionen und Produktgruppen ausgedehnt werden sollte, hieß es heute in Berlin. Hierzu gebe es bereits zahlreiche Gespräche.

Gesicherte Absatzwege für die beim Kunststoffrecycling gewonnenen Materialien seien zudem entscheidend für Investitionsentscheidungen der Verwertungsunternehmen, betont der Verband weiter. Investitionen in entsprechende Anlagen würden sich nur lohnen, wenn die Recyclingrohstoffe einen Markt finden. Ohne Absatzmöglichkeiten für Rezyklate blieben die Investitionen im schlimmsten Fall ganz aus.

Exportverbote für Plastikabfälle sind aus Sicht des BDE nicht hilfreich für das Kunststoffrecycling. „Wenn man in den Ländern Kreislaufwirtschaft fördern möchte, ist ein Exportverbot von Plastikabfällen, das Verhindern von Rohstoffzufuhr“, erklärte Verbandspräsident Kurth. Außerdem seien Kunststoffe keine gefährlichen Abfälle.

Den kompletten Bericht zur Kunststoffstrategie des BDE lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 22/2019. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht der Text bereits ab Dienstag 14.00 Uhr im E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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