|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

BDE-Umfrage: Absatzprobleme und Wettbewerbsdruck aktuell größte Herausforderungen


Peter Kurth fordert einheitliche Regelungen
vor allem in Fragen des Vollzugs.
12.02.2020 − 

Die deutsche Entsorgungswirtschaft kämpft gegenwärtig mit großen Problemen in der Absteuerung von Rohstoffen. In einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft berichten die Unternehmen über zunehmende Absteuerungsprobleme für nahezu alle Abfallströme. Eine Besserung im laufenden Jahr erwarten die Entsorger hier nicht.

Die grundsätzliche Entwicklung der Märkte für Recyclingrohstoffe spiele für 88 Prozent der Unternehmen aktuell eine große Rolle im Geschäftsalltag, berichtet der BDE. Die Stimmung in der Branche sei zu Jahresbeginn dennoch insgesamt positiv.

Allerdings treibt auch der intensive Wettbewerb in der Kreislaufwirtschaft die Unternehmen um. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten bewertet den Wettbewerbsdruck gegenwärtig als „hoch“, für 15 Prozent besteht aktuell sogar ein „Verdrängungswettbewerb“. Lediglich ein Drittel schätzt den Wettbewerbsdruck als „durchschnittlich“ ein und nur ein Prozent als „gering“.

Dementsprechend aktuell ist das Thema in den Unternehmen. Nur für fünf Prozent spiele das Thema Wettbewerb gegenwärtig keine Rolle, so der Verband. Als stärkste Wettbewerber um Marktanteile werden von der privaten Entsorgungswirtschaft staatliche Unternehmen wahrgenommen. Die Verstaatlichung und damit der Entzug ganzer Marktanteile aus dem Wettbewerb ist für mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen aktuell ein Thema.

Politik bekommt wegen Vollzugsdefiziten Note 4 

Der Politik geben die privaten Entsorger als Schulnote aktuell „eine stabile 4“, berichtet der BDE weiter. Insbesondere den weiterhin uneinheitlichen Vollzug der bestehenden rechtlichen Regelungen sehen sie kritisch.

Verbandspräsident Peter Kurth fordert daher einheitliche Regelungen vor allem in Fragen des Vollzugs. Außerdem seien für eine positive Branchenentwicklung verbindliche Vereinbarungen beim Rezyklatabsatz unerlässlich.

„Die Kreislaufwirtschaft ist eine Wachstumsbranche, deren Potential beileibe noch nicht gehoben ist. Dies wird erst der Fall sein, wenn Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, die ihr langfristiges wirtschaftliches Engagement nicht hemmen, sondern fördern“, erklärte Kurth.

Den kompletten Bericht zur aktuellen BDE-Umfrage inklusive der Geschäftseinschätzungen der Branche lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 07/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:
  BDE

zurück − Aurubis: Ergebnisrückgang trotz guter Entwicklung bei Altkupfer

Remondis/DSD: OLG fordert aktuelle Daten zur Glasvermarktung  − vor