|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

BDE: Entsorgern fehlt Schutzausrüstung

Schutzkleidung
Schutzkleidung ist derzeit schwer zu bekommen.
19.03.2020 − 

Entsorger in Deutschland klagen derzeit über Schwierigkeiten, ihre Mitarbeiter mit der notwendigen Schutzausrüstung gegen das Coronavirus zu versorgen. Wie der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) mitteilte, klagen die Verbandsmitglieder über deutliche Schwierigkeiten beim Bezug von Desinfektionsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Das habe eine Blitzumfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Verbandes ergeben, so der BDE.

Die Resonanz auf die Befragung war nach Verbandsangaben immens. Beklagt werde ein massiver Mangel unter anderem an Schutzmasken, Schutzanzügen und Hygieneartikeln. Bestellungen würden teilweise nicht bearbeitet – oder mit Lieferfristen im August 2020 angenommen.

"Mitarbeiter müssen angemessen geschützt werden"

"Die Massivität und Dringlichkeit der Meldungen aus den Unternehmen hat auch uns überrascht", sagte BDE-Präsident Peter Kurth. Die Mitarbeiter müssten unter anderem Krankenhausabfälle transportieren und auch während der Corona-Krise weiterhin raus auf die Straßen und die Abfälle sammeln. "Sie müssen angemessen geschützt werden".

Anlass der BDE-Umfrage war eine Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der BDI sei vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gebeten worden, hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung zu unterstützen. Um ein umfassendes Lagebild zu erstellen, hatte das BMAS einen Fragenkatalog erstellt. Mit Hilfe der Antworten auf diesen Fragenkatalog will das Ministerium nun das tatsächliche Ausmaß der Belastungen für die Unternehmen ermitteln.

Der BDE hatte bereits finanzielle Unterstützung für die Entsorgungsunternehmen gefordert. "Bund und Länder sind aufgerufen, Förderprogramme für die Ausstattung der Mitarbeiter der Entsorgungswirtschaft mit Schutzmaterialien aufzulegen, die schnell abrufbar sind", sagte Kurth. "Selbstverständlich muss auch die faktische Belieferung mit persönlicher Schutzausrüstung und Hygienematerialien sichergestellt sein."

Die Bundesregierung hatte in einem ersten Schritt bereits den Bezug von PSA aus dem Nicht-EU-Ausland erleichtert. Mit einer entsprechenden Empfehlung soll eine Schutzausrüstung, die in den USA, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig wäre, derzeit auch in Deutschland als verkehrsfähig angesehen werden – auch wenn diese unter anderem keine CE-Kennzeichnung tragen oder keine deutsche Betriebsanleitung beiliegt.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − bvse fordert Aufhebung des Sonntagfahrverbots für Lkw

Coronavirus: Kommunale priorisieren Stoffströme  − vor