|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Batterierücknahmesysteme wollen Koordinierungs- und Kommunikationsstelle einrichten


Um die Verbraucher besser über die Entsorgung von
Altbatterien zu informieren, planen die Rücknahmesysteme
ein konzertiertes Vorgehen.
19.02.2021 − 

Das mit Jahresbeginn in Kraft getretene neue Batteriegesetz sieht umfangreiche Informationspflichten für die Rücknahmesysteme von Gerätealtbatterien vor. So sollen diese die Verbraucher gemeinsam über die bestehenden Rücknahmemöglichkeiten, die Entsorgungspflichten, die eingerichteten Rücknahmesysteme sowie über Sinn und Zweck der getrennten Sammlung von Gerätealtbatterien informieren. Dieser Pflicht wollen die fünf Systeme nun mit einer konzertierten Aktion nachkommen.

Dazu planen die Rücknahmesysteme die kurzfristige Einrichtung einer Koordinierungs- und Kommunikationsstelle. Die neue Stelle soll die erforderlichen Kommunikations- und Informationsmaßnahmen planen, koordinieren und steuern, erklären die fünf Systeme in einer gemeinsamen Mitteilung.

„Insbesondere die gerechte Kostenverteilung zwischen den untereinander im Wettbewerb stehenden Rücknahmesystemen stellt eine besondere Herausforderung dar“ betont Uwe Echteler von DS Entsorgung. „Hierzu wird die Koordinierungs- und Kommunikationsstelle die Kostenverteilungsstruktur zwischen den Systembetreibern unter Einhaltung der wettbewerblichen und kartellrechtlichen Vorgaben festlegen“, so der Vertreter des neuen Landbell-Systems weiter.

Wettbewerbs- und Kartellrecht sind aus Sicht der Systeme auch für die Auswahl der zukünftigen Rechtsform der Stelle entscheidend. „Eine schlanke Struktur, die rechtssichere Beteiligung aller Rücknahmesysteme und die strikte Wahrung der Neutralität“, sind für Jan Arff vom Rücknahmesystem Ecobat von höchster Priorität.

Für Julia Hobohm von GRS zeigt das Beispiel ElektroG, dass im Hinblick auf das Erreichen von Sammelzielen eine vom behördlichen Vollzug gesteuerte Verbraucherinformation nicht zielführend ist. „Eine effektive und effiziente Kommunikation kann nur von denjenigen geleistet werden, die auch die für die Zielerreichung und die Kosten verantwortlich sind“, erklärt sie.

Während die Mindestvorgaben der EU zur Sammlung von Altgeräten in Deutschland deutlich verfehlt werden, lag die Sammelquote für Gerätealtbatterien 2019 über der Mindestquote von 45 Prozent. Mit dem neuen Batteriegesetz wurde die Zielvorgabe in Deutschland ab diesem Jahr auf 50 Prozent angehoben. Die EU-Kommission plant zudem in ihrer neuen Batterieverordnung die Anhebung der Sammelziele auf 65 Prozent ab 2025 und auf 70 Prozent ab 2030.

Umsetzung im ersten Halbjahr geplant

Da aktuelle und künftige Sammelverpflichtungen zwingend einzuhalten sind, sei es unabdingbar, die Verbraucher schon heute umfassend über das Thema Altbatterierücknahme zu informieren, betont Robert Sommer von CCR Rebat. „Um hierbei schnelle Erfolge zu erzielen, ist eine zügige Umsetzung sehr wichtig. Die Rücknahmesysteme sind zuversichtlich, die Vorgaben des Batteriegesetzes schon im ersten Halbjahr des Jahres 2021 umsetzen zu können“, kündigt der Vertreter des mittlerweile größten Rücknahmesystems an.

„Nicht nur die Einbindung der rücknahmebeteiligten Stellen im Handel und in den Kommunen ist notwendig“, sagt Karl Semlitsch von Öcorecell. Für eine effiziente und zielorientierte Kommunikation müssten auch Multiplikatoren, wie z. B. Verbände, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen eingebunden werden. Daher ist entsprechend der gesetzlichen Vorgaben auch die Einrichtung eines Beirates mit Vertretern der Kommunen, der Verbände sowie der Länder und des Bundes vorgesehen.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Blue Phoenix übernimmt C. C. Umwelt

Prezero: Neue LVP-Sortieranlage in Belgien am Start  − vor