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BASF setzt verstärkt auf Kreislaufwirtschaft


Im ChemCycling-Projekt will BASF durch ein thermo-
chemisches Verfahren Kunststoffabfälle in Pyrolyseöl umwandeln.
10.12.2020 − 

Der Chemieriese BASF will fossile Rohstoffe künftig verstärkt durch recycelte Materialien ersetzen. Nach Angaben von Konzernchef Martin Brudermüller plant das Unternehmen, den Umsatz mit Lösungen für die Kreislaufwirtschaft bis 2030 auf 17 Mrd € zu verdoppeln. Von 2025 an sollen jährlich 250.000 Tonnen recycelte und abfallbasierte Rohstoffe anstelle von fossilen Rohstoffen verarbeitet werden.

„Unternehmen, die Lösungen für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft bieten können, werden künftig über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verfügen“, sagte Brudermüller am Donnerstag in Ludwigshafen. Es gehe letztendlich um eine CO2-neutrale Kreislaufwirtschaft. „Ich glaube, es geht gar nicht anders.“

Um die Ziele zu erreichen, stellte Brudermüller drei Punkte vor. „Wir wollen künftig mehr nachwachsende und recycelte Rohstoffe einsetzen sowie neue Materialkreisläufe schaffen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.“ Bei den Materialkreisläufen verwies er unter anderem auf Elektroautos. „2030 müssen Experten zufolge mehr als 1,5 Mio Tonnen Batteriezellen von Elektrofahrzeugen entsorgt werden. Wir brauchen dringend Lösungen, die wertvollen Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel wirtschaftlich und umweltschonend wiederzugewinnen.“ BASF entwickle hier ein neues hocheffizientes chemisches Verfahren.

Auch bei Kunststoffen arbeiten Forscher der BASF daran, Stoffkreisläufe effizienter zu schließen. So werden verschiedene Kunststoffadditivpakete entwickelt, welche die Qualität der recycelten Kunststoffabfälle gezielt stabilisieren und erhöhen. Lösungen wie Verträglichkeitsvermittler sollen die mechanischen Eigenschaften von Polymermischungen verbessern.

Auch das chemische Recycling von gemischten und verunreinigten Kunststoffabfällen verfolgt der Konzern mit Partnern seit 2018 im Projekt „Chemcycling“. Chemisches Recycling sei eine wichtige Ergänzung zum mechanischen Recycling. Mittels Pyrolyse werden die Abfälle in Pyrolyseöl umgewandelt, das von der chemischen Industrie zu neuen Produkten verarbeitet werden kann. Damit könnten erstmals auch Automobilteile, Medizinprodukte und sogar Lebensmittelverpackungen aus Kunststoffabfällen hergestellt werden.

Eine besondere Rolle kommt der Entwicklung geeigneter Katalysatoren für die neue Prozesstechnologie zu. Diese Katalysatoren sollen dafür sorgen, dass trotz wechselnder Zusammensetzungen des Kunststoffabfalls immer hochreines Pyrolyseöl entsteht. Ein Katalysator der ersten Generation sei bereits in die Pyrolyseanlagen des norwegischen BASF-Partners Quantafuel eingebaut worden.

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