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AWM München erfasst 2019 mit Bringsystem rund sechs Kilogramm Leichtverpackungen pro Einwohner

Wertstoffinsel in München
Wertstoffinsel in München: Der AWM sieht ein
Holsystem für LVP nach wie vor kritisch.
12.04.2021 − 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) hat im Jahr 2019 lediglich 5,7 Kilogramm Leichtverpackungen pro Einwohner gesammelt. Das ist einer Antwort der bayerischen Staatsregierung auf eine Schriftliche Anfrage des Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann von den Grünen zu entnehmen.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Sammelmenge damit nur unwesentlich um 0,2 Kilogramm pro Einwohner. In absoluten Zahlen ausgedrückt sammelte München im Jahr 2019 rund 8.500 Tonnen LVP ein, nach etwa 8.000 Tonnen im Jahr zuvor.

Andere Großstädte in Bayern sammeln deutlich mehr

Damit fielen die Mengen in der bayerischen Landeshauptstadt deutlich geringer aus als in anderen bayerischen Großstädten. In Nürnberg beispielsweise haben die beauftragten Unternehmen nach Angaben der bayerischen Staatsregierung im Jahr 2019 fast 21 Kilogramm LVP eingesammelt, in Augsburg und Ingolstadt jeweils fast 31 Kilogramm, in Fürth sogar fast 33 Kilogramm.

Bekannt ist allerdings nur die Sammelmenge in den jeweiligen Städten, zur Qualität des Sammelguts lagen der bayerischen Staatsregierung keine belastbaren Daten vor. Es ist eine Binsenweisheit in der Entsorgungswirtschaft, dass der Fremdstoffanteil in der Gelben Tonne höher ist als beispielsweise im gelben Sack. Viele in der Branche glauben, dass das mit der Durchsichtigkeit der Säcke zusammenhängt und man Restmüll daher weniger gut „verstecken“ kann als in der Tonne.

AWM sieht Holsystem nach wie vor kritisch

In einer Stellungnahme gegenüber EUWID betonte der AWM, bei Verpackungsabfällen fortlaufend alle Möglichkeiten zur Sammlung zu beobachten und zu prüfen, "um die für München beste Lösung zu finden". Für den AWM stehe nicht die stoffliche Verwertung, sondern die Abfallvermeidung an erster Stelle.

So hätten in den vergangenen Jahrzehnten die Verpackungsabfälle leider drastisch zugenommen. Doch während sich Papier und Metalle sehr gut recyceln ließen, sei das bei Kunststoffen deutlich schwieriger. Bei Kunststoffverpackungen liege die Wiedereinsatzquote lediglich bei 17 bis 20 Prozent. "Vor diesem Hintergrund ist eine getrennte Sammlung am Haus über eine gelbe Tonne/gelben Sack zu hinterfragen", so der AWM.

Einen ausführlichen Artikel zur Wertstoffsammlung in München lesen Sie in Ausgabe 15/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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