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Aurubis beerdigt Investitionsprojekt und stellt Vorstandschef Schachler sofort frei


Aurubis-Werk in Hamburg
13.06.2019 − 

Die Aurubis AG stellt ihr groß angelegtes Investitionsprojekt Future Complex Metallurgy (FCM) ein. Als Grund dafür nannte der Konzern deutlich über der ursprünglichen Planung liegende Investitionskosten. Dadurch sei die Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht mehr gegeben. Die bereits angefallenen Investitionskosten des Projekts werden das Ergebnis des dritten Quartals mit rund 30 Mio € belasten. Darüber hinaus erwartet der Konzern zusätzliche Belastungen des Ergebnisses durch das aktuell schwierige konjunkturelle Umfeld.

Aurubis wollte mit FCM mehr Flexibilität beim Rohstoffbezug erlangen. Mit der Entwicklung eines neuen metallurgischen Verfahrens, sollte die Rohstoffbasis auf Materialien ausgeweitet werden, die Blei, Schwefel und Kupfer enthalten. Außerdem sollte das 2017 angekündigte Projekt die Durchlaufzeiten von Edelmetallen verkürzen und Kapazitätsengpässe am Standort Hamburg reduzieren. Ursprünglich wollte der Konzern insgesamt rund 320 Mio € in das Projekt investieren. Nach der Bau- und Anlaufphase hatte sich Aurubis ab dem Geschäftsjahr 2022/23 ein jährliches Ebitda von rund 80 Mio € durch FCM erhofft.

„Aurubis hat mit dem Projekt FCM große Erwartungen geknüpft. Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass sich die externen und internen Voraussetzungen so verändert haben, dass eine wirtschaftliche Umsetzung des Projektes nicht mehr möglich ist. Zu einem Projektzeitpunkt, an dem die wesentlichen Bestellungen hätten ausgelöst werden müssen, aber eben noch nicht in die Wege geleitet waren, ist eine konsequente Entscheidung dann das Beste“, erklärt Roland Harings, derzeit noch Stellvertretender Vorsitzender der Aurubis AG.

Harings wird das Amt als Vorstandschef am 1. Juli übernehmen. Sein Vorgänger Jürgen Schachler wurde unterdessen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das hat der Aufsichtsrat beschlossen, teilte Aurubis weiter mit. Schachlers Vertrag läuft aber ohnehin zum Monatsende aus.

Unabhängig von der Beerdingung des FCM-Projekts will der Konzern sich weiterhin zu einem Multimetall-Anbieter entwickeln. Der Ende Mai angekündigte Erwerb der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe sei bei der Umsetzung dieser Strategie ein wichtiger Baustein, erklärte Aurubis weiter. Aber auch interne Wachstumsprojekte sollen die Strategie vorantreiben. „Im Rahmen der Weiterentwicklung von Aurubis zum Multimetall-Unternehmen und im Zuge der Metallo-Übernahme bieten sich andere interne Wachstumsoptionen, deren Prüfung wir nun intensivieren werden“, so Roland Harings.

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