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AGVU gegen weitere Verbote von Kunststoffverpackungen

Verpacktes Obst
Verpackungen haben bei Obst und Gemüse auch
einen Umweltnutzen, sagt die AGVU.
11.03.2020 − 

Die Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) kritisiert Vorschläge der EU-Kommission, weitere Kunststoffverpackungen zu verbieten. Brüssel wolle neben dem schon beschlossenen Verbot von Einwegbesteck und Trinkhalmen nun ein Verbot ganzer Verpackungslösungen aus Kunststoff, etwa bei Obst, Gemüse, Teebeuteln und Kaffeekapseln.

„Solche Verbote haben nichts mit Klimaschutz zu tun. Statt Kunststoff zu verteufeln, müssen wir die Produkte als Ganzes sehen. Dazu gehören neben der Verpackung auch die Herstellung und die Transportwege", betont der AGVU-Vorsitzende Carl Dominik Klepper.

AGVU: Optimierte Verpackungen verbessern die CO2-Bilanz bei Obst und Gemüse

Anlass für die Kritik ist der neue Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft, der heute vorgestellt werden soll. Gerade bei Obst und Gemüse verbesserten optimierte Verpackungen die CO2-Bilanz um teilweise mehr als ein Drittel, da sie Beschädigungen und schnellen Verderb verhinderten, sagt Klepper. Dass die EU-Kommission bis 2030 den Restmüll um die Hälfte reduzieren will, begrüßt die AGVU ausdrücklich: "Um dieses Ziel zu erreichen müssen alle Akteure gemeinsam daran arbeiten, Abfälle als Wertstoffe zu behandeln und die Produktkreisläufe zu schließen."

Auch die geplante Stärkung des Markts für Sekundärrohstoffe, also recycelter Materialien, geht nach Ansicht der AGVU in die richtige Richtung. Zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele, die sich die EU-Kommission für die Kreislaufwirtschaft nun steckt, müssten Sekundärrohstoffe flächendeckende Verwendung in Industrieprodukten finden.

Bisher scheitere der Einsatz dieser Materialien viel zu oft an fehlenden Qualitätsstandards. Die AGVU fordert die Gesetzgeber, sowohl auf Bundes- als auch auf EU-Ebene auf, hier endlich Lösungen anzustoßen. Die Veröffentlichung der im Aktionsplan angekündigten Gesetzesvorschläge und weiteren Maßnahmen wird gestaffelt in den nächsten zwei Jahren erfolgen.

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