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AGR will am RZR Herten Wasserstoff produzieren

RZR Herten
Am RZR Herten will die AGR künftig Wasserstoff
produzieren und eine H2-Tankstelle betreiben.
09.04.2021 − 

Der Anlagenbauer Linde Engineering hat den Zuschlag für die Planung und den Bau einer integrierten Wasserstoff-Tankstelle und Elektrolyseanlage für die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) in Herten erhalten. Künftig will die AGR mit dem im RZR Herten produzierten Strom auch Wasserstoff herstellen. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Projekt im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit bis zu 6,2 Mio €.

Das Projekt umfasst neben den Elektrolyseuren und der Tankstelle auch Kompressoren und Lagertanks. Die Elektrolyseure werden jährlich etwa 440.000 Kilogramm Wasserstoff erzeugen können, heißt es in der Mitteilung der beiden Unternehmen.

Die geplante Tankstelle soll Fahrzeuge mit 350 bar und 700 bar füllen können und ist damit sowohl zur Betankung von Lkw als auch Pkw geeignet. Der in Herten produzierte Wasserstoff soll Fahrzeuge des privaten und öffentlichen Verkehrs betanken. Im Fokus stünden jedoch die Fahrzeuge der anliefernden Kommunen und der eigenen Lkw-Flotte. Darüber hinaus will die AGR Wasserstoff an regionale Industrie- und Gewebebetriebe verkaufen.

"Gelungenes Beispiel für Kreislaufwirtschaft in Aktion"

In der Mitteilung bewerben die Unternehmen das Projekt als „ein gelungenes Beispiel für die Kreislaufwirtschaft in Aktion“. In naher Zukunft werde in Herten aus dem grünen Strom des RZR grüner Wasserstoff für die Betankung der Abfallsammelfahrzeuge hergestellt. Zudem diene die integrierte Kombination aus Tankstelle und Elektrolyseur als Vorbild für die dezentrale Wasserstoffproduktion und -verteilung.

"Die Zusammenarbeit ist ein gutes Beispiel dafür, wie Linde Unternehmen und Kommunen mit einem integrierten Wasserstoffangebot unterstützen kann", sagt Michael Schäffer, Leiter Wasserstoff- und Synthesegasanlagen bei Linde Engineering. "Dieses ehrgeizige Projekt umfasst hervorragende Lösungen wie Elektrolyse- und Betankungstechnologien, die gut zu den Aktivitäten der AGR für eine klimafreundliche Kreislaufwirtschaft passen. Ein dezentrales Wasserstoffprojekt wie das in Herten hat das Potenzial als Vorbild für andere Regionen zu dienen."

"Wir verfolgen seit Jahren die Strategie einer hohen energetischen Verwertung in der Verbindung von Entsorgungssicherheit und Klimaschutz", sagte AGR-Geschäftsführer Joachim Ronge. Nachdem man seit 2019 die Fernwärme-Auskopplung gesteigert habe, unternehme die AGR mit der Produktion von Wasserstoff gemeinsam mit anderen Unternehmen weitere Schritte zu mehr Klimaschutz.

Einen ausführlichen Artikel zum Projekt lesen Sie in Ausgabe 15/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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